Hamburg –

Olympia-Bann für russische Athleten rückt immer näher

Hamburg.  Neue Vorwürfe gegen Russlands Skandal-Leichtathleten, die Rufe nach einem Olympia-Ausschluss werden immer lauter: Nach der Veröffentlichung weiterer Details in der Doping- und Manipulationsaffäre wächst der Druck auf den Weltverband IAAF, eine abschreckende Botschaft zu senden.

„Angesichts der neuen Vorwürfe wäre es für mich eine große Überraschung, wenn der russische Verband für Olympia zugelassen würde“, sagte der Chef des Deutschen Leichtathletik-Verbandes Clemens Prokop gegenüber der Berliner Morgenpost. Der Jurist forderte das Einhalten der Standards der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada.

Die WDR-Sendung „Sport Inside“ lieferte neue Belege für Verstöße gegen die Anti-Doping-Richtlinien im russischen Leichtathletik-Verband Rusaf. Demnach betreut der eigentlich gesperrte Trainer Wladimir Mochnew offenbar weiter Athleten, und ein Juniorentrainer soll nebenher mit Dopingmitteln handeln. Zudem soll die neue Chefin der derzeit suspendierten Anti-Doping-Agentur Rusada als einfache Mitarbeiterin einst Athleten den Zeitpunkt von Dopingkontrollen verraten haben.

Die IAAF hatte Russland Ende November aufgrund des Berichtes einer unabhängigen Kommission der Wada bis auf Weiteres gesperrt, russische Athleten dürfen derzeit nicht an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Die IAAF reagierte noch sehr zurückhaltend: „Die Task Force wird alle aufgeworfenen Fragen prüfen und mit den Vertretern der Rusaf diskutieren.“ Alle in der Dokumentation genannten Sachverhalte müssten aufgeklärt werden, ordnete der Präsident der Allrussischen Leichtathletik-Föderation, Dmitri Schljachtin, laut der Nachrichtenagentur Tass an.

Betrogen wird allerdings nicht nur in Russland. Zwei weiteren Top-Athleten drohen Sperren: Im biologischen Pass der Türkin Gamze Bulut (Olympia-Silber über 1500 Meter in London 2012) sollen Unregelmäßigkeiten festgestellt worden sein. Und Tsegaye Mekonnen, äthiopischer Marathon-Star, soll positiv getestet worden sein.