Berlin –

Junuzovic holt mit Absicht Gelb und löst Diskussion aus

Berlin.  Eine Verwarnung wird zum Politikum: Werder Bremens Profi Zlatko Junuzovic droht nach seiner absichtlichen Gelben Karte und der damit provozierten Sperre eine nachträgliche Strafe. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geht dem „Verdacht des ­unsportlichen Verhaltens“ nach. Dabei stellt sich die Frage: Soll Junuzovic für seine Ehrlichkeit bestraft werden? DFB-Interimspräsident Rainer Koch forderte mehr Fair Play von den Klubs beim absichtlichen Kassieren Gelber Karten. „Die Frage ist, ob derartige Dinge überhaupt mit dem Mittel des Kontrollausschusses in den Griff zu bekommen sind“, sagte Koch: „Ich appelliere an die Verantwortlichen der Klubs, dass sie mit den Spielern sprechen, das zu unterlassen.“ Ex-Nationalspieler Michael Ballack nahm Junuzovic hingegen in Schutz. „Es ist legitim, mal ein Spiel herzuschenken, wenn man weiß, dass ein wichtiges Heimspiel ansteht.“

Das Besondere am Fall Junuzovic: Im Gegensatz zu Teamkollege Clemens Fritz, gegen den nach seiner zehnten Verwarnung wegen Haltens ebenfalls ermittelt wird, gab Junuzovic nach der Partie zu: „Es ist besser, ich mache es so, als wenn ich jemandem absichtlich weh tue.“ Seine fünfte Gelbe Karte, die er sich in der Partie gegen Hannover 96 (4:1) durch mehrfaches Anlaufen vor einem Freistoß in der 85. Minute abgeholt ­hatte, sei abgesprochen gewesen.

Seine Ehrlichkeit könnte Junuzovic zum Nachteil gereichen: Neben der einkalkulierten Zwangspause im Auswärtsspiel beim FC Bayern droht ihm wie Fritz eine DFB-Sperre für ein weiteres Spiel. Am Montagabend versuchte Junuzovic in einem Interview auf der Werder-Homepage zurückzurudern und behauptete, falsch verstanden worden zu sein. „Ich hätte nie gedacht, dass meine Aussagen in der Euphorie nach dem Spiel eine solche Aufregung nach sich ziehen, eine solche Tragweite bekommen“, sagte er. „Es war nie meine Absicht, gegen Regeln zu verstoßen oder mich unsportlich zu verhalten. Es war einfach eine dumme Aussage“, sagte der Österreicher.