Berlin

Wo ein Marathon den Läufern noch nicht genug ist

Zehlendorfer Niels Bubel wird DM-Dritter auf der Ultradistanz

Berlin.  Der Marathon gilt als Königsdisziplin der Leichtathletik, doch Niels Bubel sind die 42,195 Kilometer noch zu kurz. Der Zehlendorfer ist längere Strecken gewöhnt. Bubel ist Ultraläufer, für ihn sind 50 Kilometer das Maß der Dinge. Bei den Deutschen Meisterschaften über diese Distanz, die am Wochenende im Plänterwald stattfanden, wurde er Dritter. Als zweifacher Titelverteidiger und letztjähriger WM-Neunter hatte er eigentlich auf Sieg gesetzt, zumal er ja Heimvorteil hatte. „Aber ich habe mich zu einem zu hohen Tempo verleiten lassen und dann auf den letzten zehn Kilometern noch rund zehn Minuten verloren“, sagt der 28-Jährige. Am Ende benötigte er 3:04:31 Stunden – Sieger Paul Schmidt lief in 2:49:06 Stunden deutschen Rekord. Als kleinen Trost gab es für Bubel Gold mit der Mannschaft.

Der Berliner liebt das Laufen – je länger, desto besser. Mit 18 Jahren lief er seinen ersten Marathon und kam, ohne vorher speziell dafür trainiert zu haben, nach 3:48:30 Stunden ins Ziel. „Rückblickend war es naiv einfach loszulaufen. Ich hatte Krämpfe und habe mich regelrecht ins Ziel geschleppt“, erzählt er. „So sehr habe ich danach bei keinem Wettkampf mehr gelitten“, auch nicht über 50 Kilometer. Mittlerweile steht seine Marathonbestzeit bei 2:23:38 Stunden. Für einen Ultramarathon braucht er noch einmal eine gute halbe Stunde mehr, sein Rekord sind 2:55:16 Stunden.

Anfangs war Bubel noch auf der Tartanbahn unterwegs, lief dort Distanzen von 3000 Meter Hindernis bis 10.000 Meter. Ein Geburtstagspräsent der Mutter seines Trainers war die Ursache dafür, dass er sich endgültig den langen Strecken zuwandte. Sie schenkte ihm das Buch „Laufen“ von Bernd Heinrich. „Durch dieses Buch habe ich begriffen, dass Laufen etwas ganz Natürliches ist“, sagt Niels Bubel.

Der Ultramarathonlauf sei eine Herausforderung, weil die Strecke knapp acht Kilometer länger ist als beim Marathon. Die Energie dafür müsste komplett aus dem Fettspeicher kommen, da die Kohlenhydrate im Körper nach 35 Kilometern verbraucht sind. In dieser Phase würden die Beine zunehmend schwer, der Kopf könne nicht klar denken. „Bei den 50 Kilometern“, sagt er“, „kann man sehr gut beobachten, wie Menschen ans Limit gehen.“