Paderborn –

Effenberg wird in nur 141 Tagen zum „The Fired One“

Paderborn.  Penis-Affäre um Stürmer Nick Proschwitz, Alkohol-Schlagzeilen, Lizenz-Wirbel – und dazu noch chronisch erfolglos: Stefan Effenberg ist beim SC Paderborn krachend gescheitert. In nur 141 Tagen wurde aus dem selbsternannten „The New One“ in der ostwestfälischen Fußball-Provinz „The Fired One“. Ein Anruf von der Insel Mallorca beendete die Trainerkarriere des einstigen Superstars des FC Bayern, bevor sie richtig begonnen hatte. „Ich konnte es nicht mehr ertragen“, sagte Wilfried Finke, Präsident des stark abstiegsgefährdeten Zweitligisten, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. René Müller, bisher Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, übernimmt.

Finke teilte Effenberg die Entlassung nach zwölf Spielen ohne Sieg vom Feriensitz aus per Telefon mit. Eigentlich wollte der Möbel-Unternehmer bis Saisonende am Trainer festhalten, doch das Chaos und der drohende Absturz des Erstliga-Absteigers in die Dritte Liga ließen ihn vom Hoffnungsträger abrücken. „Die Addition der Dinge war entscheidend“, so Finke. Dass Effenberg keine gültige Lizenz besitzt, war „der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat“. Solch ein Szenario habe er „nicht für möglich gehalten. Das hat mich in meinen Grundfesten erschüttert. Ich kann nicht zulassen, dass der Klub einen unseriösen Anstrich bekommt“.

Dabei wollte der ehrgeizige Effenberg in Paderborn endlich als Trainer durchstarten. „Der eine ist The Special One, der andere ist The Normal One, I am The New One“, hatte der 47-Jährige in Anlehnung an Jürgen Klopps Dienstbeginn beim FC Liverpool gesagt. Den Druck, sofort überzeugen zu müssen, hatte sich der einstige Champions-League-Sieger selber auferlegt. „Ich stehe zu meinem Ausspruch ‘Der erste Schuss muss sitzen’. Und das ist hier der Fall“, hatte der „Tiger“, dessen Vertrag bis 2017 lief, bei seiner Vorstellung gesagt. So bleiben einzig die Siege gegen Braunschweig und beim 1. FC Union (je 2:0) positiv beim SCP in Erinnerung.