CEV-Cup

BR Volleys müssen Halbfinal-Einzug teuer bezahlen

Berliner Volleyballer stehen durch den 3:0-Sieg gegen Sastamala im Halbfinale des CEV-Cups. Aber Paul Carroll fällt wohl länger aus.

Paul Carroll (l.) von den BR Volleys hier im Spiel gegen Bühl

Paul Carroll (l.) von den BR Volleys hier im Spiel gegen Bühl

Foto: Uwe Anspach / dpa

Wie versprochen, durften die Berliner Volleyball-Fans am Donnerstagabend in der Schmeling-Halle das jüngste Glanzstück in der Geschichte der BR Volleys bewundern – den deutschen Pokal. Zum ersten Mal seit 16 Jahren hatte sich das Team von Trainer Roberto Serniotti am Sonntag die silberne Trophäe durch den Finalsieg über den TV Bühl gesichert. Und danach, so ist der Plan, soll der nächste Titel in Angriff genommen werden.

Die wackeren Finnen von VaLePa Sastamala jedenfalls konnten den Einzug der Berliner ins Halbfinale des europäischen CEV-Cups nicht verhindern. Obwohl sie das Hinspiel noch mit 3:1 gewonnen hatten und sich tapfer wehrten, setzten sich die BR Volleys zunächst im regulären Spiel 3:0 (25:22, 32:30, 25:19) durch und entschieden danach auch den entscheidenden „Golden Set“ mit 15:11 zu ihren Gunsten.

Danach sah es anfangs nicht aus. Im ersten Durchgang hatte die erfahrene Mannschaft aus Sastamala über weite Strecken geführt, sogar noch mit 19:16. Vier Berliner Punkte in Serie drehten das Geschehen: Der Amerikaner Pul Lotman verwandelte den zweiten Satzball. Schneller schien der zweite Abschnitt über die Bühne zu gehen, doch bei 24:19 vergab Berlin fünf Satzbälle.

Sprunggelenkverletzung bei Carroll

Zwei weitere folgten, ehe der Franzose Nicolas LeGoff mit zwei seiner insgesamt sechs Blocks dem Drama ein Ende setzte. Wirklich einfacher geriet der dritte Satz, allerdings mit dem bitteren Beigeschmack, das Paul Carroll mit einer Sprunggelenkverletzung ausschied. Der Ungar Arpad Baroti musste für ihn ran und machte seine Sache gut. Den Matchball zum 3:0 verwandelte Felix Fischer.

Im sogenannten goldenen Satz versuchten die Gäste vor 4.129 Zuschauern noch einmal alles, um das Aus zu verhindern, lagen sogar mit 9:8 vorn. Aber angepeitscht vom Publikum und angeführt vom bärenstarken Robert Kromm (25 Punkte) drehten die BR Volleys mit fünf Punkten in Serie das Spiel zum letzten Mal.

„Ein geiles Spiel“, freute sich Kromm, „4:0 - das hat man nicht oft im Volleyball“. Gegner im Halbfinale ist das belgische Topteam Knack Rooselare, die wie die Berliner aus der Champions League abgestiegen.

Einziger Wermutstropfen war die Verletzung Carrolls. „Das war ein richtig gutes Volleyballspiel, aber wir haben den Sieg teuer bezahlt“, sagte Geschäftsführer Kaweh Niroomand. „Paul wird wohl länger ausfallen.“