Olympia

Deutsche Talente räumen bei Winter-Jugendspielen ab

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Der nächste Eric Frenzel? Tim Kopp gewinnt in Lillehammer die Nordische Kombination

Der nächste Eric Frenzel? Tim Kopp gewinnt in Lillehammer die Nordische Kombination

Foto: HANDOUT / REUTERS

22 Medaillen für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB)in Lillehammer lassen für die Zukunft hoffen.

Lillehammer.  Die Wintersportnation Deutschland muss sich um die Zukunft wenig Sorgen machen. Bei den 2. Olympischen Winter-Jugendspielen in Lillehammer (Norwegen) gehörten die deutschen Talente unter den 71 Nationen zu den Besten auf Eis und Schnee.

„Über die Hälfte unserer 44 Teilnehmer geht mit einer Medaille nach Hause. Damit kann man sehr zufrieden sein“, bilanzierte Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), das Abschneiden bei den am Sonntag beendeten Spielen der unter 18-Jährigen.

Als großartige Werbung lobte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees Thomas Bach (IOC) die zweite Wintersport-Ausgabe der Jugendspiele. „Wir haben zehn aufregende Tage und herausragende Spiele erlebt. Ich bin außerordentlich glücklich mit den Ergebnissen“, resümierte der IOC-Chef. „Die Jugendspiele eröffnen uns die Möglichkeit, die olympischen Werte herauszustellen und sie mit Leben zu erfüllen.“

Fünf Medaillen mehr als bei der Premiere

Bei der Premiere 2012 in Innsbruck hatten die Deutschen 17 Medaillen (8 Gold/7 Silber/2 Bronze) gewonnen. In Norwegen wurden es 22 (7/7/8). „Unser Athleten kommen mit Erfahrung, Inspiration und Motivation nach Hause, um die nächsten Schritte ihrer Karriere zu machen“, so Schimmelpfennig.

Das gute Abschneiden bei Mini-Olympia will er aber nicht überbewerten. „Es bestärkt die Wintersportverbände, dass die Ergebnisse des Nachwuchses gut sind. Doch dies waren nur die Jugendspiele“, sagte der DOSB-Sportchef. „Es liegt noch viel Arbeit vor uns.“

Muss man sich schon mal die Namen der Jugendspiele-Sieger merken? Zum Beispiel von Laura Nolte und Jonas Jannusch, die im neuen Monobob-Wettbewerb ebenso Gold holten wie die Biathlon-Sprinterin Juliane Frühwert oder der Nordische Kombinierer Tim Kopp.

„Es ist zu früh, und man würde den Jugendlichen zu viele Erwartungen in den Rücksack packen“, warnte Schimmelpfennig vor Erwartungsdruck. „Dann wird man sehen, wem es bis Pyeongchang oder Peking gelingt, im Spitzensport den Anschluss zu schaffen.“

Neue Wettbewerbs-Formate sind gut angekommen

Die Stärken des deutschen Wintersports waren auch die Stärken bei den Jugendspielen in Lillehammer: Bob, Rodeln, Skeleton, die Nordische Kombination und das Skispringen. Achtungserfolge gab es im Snowboard und Shorttrack.

Sichtbar wurden ebenso, dass die Schwachstellen noch nicht durch neue Talente minimiert werden können. So waren im Eiskunstlauf und Eisschnelllauf keine Hoffnungsträger in Sicht. „Es sind Sportarten dabei, da muss man darum kämpfen, um es in die Top 10 zu schaffen“, sagte Schimmelpfennig. Die Konkurrenz schlafe nicht: „Amerikaner, Koreaner und Russen waren sehr stark.“

Gut angekommen sind neue Wettbewerbe wie Mono-Bob, Einzel-Eishockey oder Team-Ski-Snowboard Cross. „Wir haben innovative Formate und neue Ideen gesehen“, sagte IOC-Chef Bach. Jugendspiele dienten „ein bisschen als Laboratorium“ für Großereignisse wie Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften. Die brauchen neue Ideen mitunter dringend.

( dpa )