Berlin –

Alba verliert gegen Würzburg und stürzt auf Rang sechs ab

Berlin. Es war ein interessantes Mienenspiel, das sich am Mittwochabend auf dem Gesicht von Himar Ojeda abzeichnete. Albas neuer Sportdirektor wurde bei seinem ersten Spiel an neuer Wirkungsstätte gleich mit derart kuriosen Szenen konfrontiert, dass er phasenweise gar nicht mehr hinschauen konnte. Am Ende stand eine 83:90 (36:47)-Niederlage gegen Würzburg. Den Sprung zurück auf Tabellenplatz drei hat Alba somit verpasst, stattdessen rutschte man auf Rang sechs ab.

Ein moderates Lächeln machte den Anfang auf Ojedas Antlitz, hervorgerufen vom Empfangsapplaus der 9077 Zuschauer. Weil bei Spielbeginn aber die Anzeigetafel ihren Dienst verweigerte, blickte der Spanier dann zunächst verwundert. Es sollte nicht das letzte Mal sein an diesem Abend.

„Wir waren defensiv heute nicht auf unserem Level“, sagte Elmedin Kikanovic, mit 24 Punkte bester Berliner Werfer nach Spielende. „Wenn du 90 Punkte kassierst, ist es schwer zu gewinnen.“

Dabei hatte Alba einen perfekten Start erwischt. Während Würzburgs Topscorer Brandon Lane in nicht mal vier Minuten drei Fouls sammelte, sammelte Alba Punkte. Angetrieben von Robert Lowery (19 Zähler), führten die Berliner schnell mit 9:2. Ojedas Blick: entspannt. Nun ist es im Basketball allerdings leicht, es sich schwer zu machen. Mit nachlässiger Verteidigung und fahrlässigen Ballverlusten machte Alba die Franken stark, Ende des ersten Viertels stand es 25:26. Im zweiten Durchgang wurde das Spiel der Hauptstädter noch zerfahrener, nur zwei Würfe aus dem Feld fanden ihr Ziel. In die Kabine ging Alba mit einem 36:47-Rückstand, und wer schon immer mal wissen wollte, wie Unzufriedenheit aussieht, musste nur auf Ojeda schauen.

Die Chance, das Spiel doch noch zu drehen, erarbeitete sich Alba trotzdem. Vorm Schlussviertel betrug der Rückstand nur fünf Punkte (57:62). Fünf Minuten vor dem Ende dann die beste Phase: ein krachender Dunking von Alex King, gefolgt von zwei Lowery-Dreiern – 75:75. „In den Schlussminuten haben wir dann leider unseren Kopf verloren“, bemängelte Alba-Coach Sasa Obradovic später. Seth Tuttle nutzte das aus und entschied das Spiel zugunsten der Gäste. Ojeda hatte sich da schon ernüchtert zurückgelehnt.

Die Generalprobe fürs Top Four im Pokal ist Alba damit hsweftig misslungen. In München warten Sonnabend im Halbfinale die Frankfurt Skyliners.