Berlin –

Nach Boll-Kritik: Weltverband erwägt Schläger-Kontrollen

Berlin.  Nach der Kritik von Tischtennis-Rekordeuropameister Timo Boll (Düsseldorf) an angeblich manipulierten Schlägerbelägen erwägt der Weltverband ITTF die Einführung von wirksameren Kontrollen. Einem Bericht der „Frankfurt Allgemeinen Zeitung“ zufolge könnte die Exekutive bei der bevorstehenden Mannschafts-WM in Kuala Lumpur (28. Februar bis 6. März) die Einführung eines von einem Regensburger Chemie-Professor entwickelten Prüfverfahrens schon zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro beschließen.

Boll hatte Ende Januar Manipulationen an den Belägen durch verbotene Nachbehandlungen beklagt. Seinen Angaben zufolge würden 80 Prozent der Weltklassespieler, insbesondere allerdings auch die seit Jahren dominierenden Chinesen ihr Material so tunen, dass der wichtige Katapulteffekt beim Schlag gegen den Ball auf regelwidrige Weise erheblich verstärkt würde. Das neue Kontrollverfahren soll den Angaben des Entwicklers zufolge in wenigen Minuten Abweichungen der Beläge von den jeweils zulässigen Grundwerten und damit verbotene Nachbehandlungen nachweisen können. Für den Fall einer Entscheidung zugunsten der Einführung von Kontrollen will die ITTF das Messverfahren mit einem maximal 20.000 Euro teuren Spezialgerät bei ihren wichtigsten Turnieren wie Olympia oder WM-Wettbewerben einsetzen.