Köln/Lwiw –

Schalkes Mission in Europa startet mit Hindernissen

Teambus steht im Stau, dann ist Aogos Handgepäck weg

Köln/Lwiw. Gerade noch hatte Dennis Aogo vor den Fernsehkameras über seine Vorfreude auf die K.o.-Runde in der Europa League gesprochen, da war die gute Laune schon verflogen. Hinter seinem Rücken war dem Abwehrspieler von Schalke 04 eine Tasche mit Laptop gestohlen worden. Zum Zwischenrundenhinspiel (21.05 Uhr, Sky) in Lwiw gegen Schachtjor Donezk flog der 29-Jährige ohne sein teures Handgepäck – das Stunden später in Lwiw aber wieder auftauchte. Ob vom Inhalt etwas Wichtiges fehlte, war zunächst nicht bekannt.

Damit die Reise in die Ukraine weniger aufregend endet als sie begann, wollen Aogo und Co. ein gutes Ergebnis gegen den Uefa-Cup-Sieger von 2009 mitbringen. Denn die Europa League ist nach dem frühen DFB-Pokal-Aus die letzte Titelhoffnung der Königsblauen. „Das wird eine heiße Kiste“, warnte jedoch Younes Belhanda. Die Leihgabe von Dynamo Kiew muss es wissen, der 25-Jährige kennt Ukraines Vizemeister aus den Ligaduellen. Schalke erwarte im EM-Stadion von 2012 „eine starke Mannschaft mit vielen Brasilianern, die den Ball gut laufen lassen“. Zwei von ihnen sind allerdings nicht dabei: Torjäger Alex Teixeira wechselte nach China, Mittelfeldspieler Fred ist wegen Dopings gesperrt. Das mache die Aufgabe leichter, meinte Belhanda, „aber Donezk hat noch viele andere gute Spieler, auf die wir aufpassen müssen“.

Schon einmal beendete der neunmalige ukrainische Meister königsblaue Europacup-Träume. Im Februar 2005 erkämpfte sich Schalke in Donezk ein 1:1, verlor aber eine Woche später daheim 0:1. Diesmal spricht neben der fehlenden Wettkampfpraxis des Gegners, der seit dem 8. Dezember kein Pflichtspiel bestritten hat, auch der Austragungsort für die Gelsenkirchener: Wegen des Krieges in der Ostukraine trägt Schachtjor seine Spiele 1000 Kilometer entfernt aus.

Die Königsblauen waren ungeschlagen als Gruppensieger in die Zwischenrunde eingezogen. Mit dem Champions-League-Absteiger Schachtjor wartet der erste echte Prüfstein. „Jetzt geht der Wettbewerb erst richtig los“, sagte Angreifer Eric Maxim Choupo-Moting.

Der Deutsch-Kameruner saß mit im Flieger, als die Schalker am Mittwochmittag mit halbstündiger Verspätung abhoben. Allerdings nicht, weil Aogos Tasche gestohlen worden war – der Mannschaftsbus hatte im Stau gestanden.