Vancouver –

Ohne Team in Rio: Fechter sind am Tiefpunkt angelangt

Vancouver. Zum ersten Mal seit 1956 finden Olympische Spiele ohne eine deutsche Fechtmannschaft statt. Beim Weltcup in Vancouver (Kanada) verpasste auch das Degenteam die Qualifikation für Rio 2016. Jörg Fiedler (Leipzig), Niklas Multerer, Stephan Rein und Constantin Böhm (alle Heidenheim) mussten sich mit Rang sechs begnügen. „Wir sind sehr enttäuscht. Wir hatten es selbst in der Hand, aber die Aufgabe war zu groß“, sagte Sportdirektor Sven Ressel. In den Wochen zuvor waren bereits die deutschen Florettmänner sowie die Degen- und Säbelfrauen gescheitert.

Es ist die Quittung für die seit Jahren darbende Nachwuchsarbeit im Deutschen Fechterbund. Außer bei den Säbelfechtern um den WM-Dritten und Vize-Europameister Max Hartung, deren Teamwettbewerb ausgerechnet in Rio nicht im Programm ist, sind die Deutschen von der Weltspitze weitestgehend abgehängt worden. Nach derzeitigem Stand wären lediglich vier deutsche Fechter für die Einzel-Wettbewerbe qualifiziert: Max Hartung, Matyas Szabo (beide Säbel), Peter Joppich und Carolin Golubytskyi (beide Florett). „Wir sind am Tiefpunkt angelangt. Alles andere wäre beschönigt“, sagte Verbandspräsident Dieter Lammer, „der worst case ist eingetreten.“ Letztmals war 1956 in Melbourne kein deutsches Team bei Sommerspielen am Start, damals waren aber die Mannschaftswettbewerbe der Frauen nicht olympisch.