Biathlon

Gestürzter Arnd Peiffer: "Ich hatte Glück im Unglück"

Der Biathlet bedankt sich für die reichlichen Genesungswünsche und sagt, was ihm passiert ist. Der WM-Start ist aber fraglich.

Kurz vor dem fatalen Sturz: Arnd Peiffer während der Verfolgung in den Wäldern von Presque Isle

Kurz vor dem fatalen Sturz: Arnd Peiffer während der Verfolgung in den Wäldern von Presque Isle

Foto: Nordicfocus / dpa

Presque Isle. Biathlet Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) hat sich nach seinem schweren Sturz beim Weltcup in Presque Isle/USA erstmals zu Wort gemeldet. "Man könnte sagen, ich hatte noch Glück im Unglück. Eine Gehirnerschütterung und ein paar Prellungen habe ich davongetragen. Die Untersuchungen im Krankenhaus haben keine Brüche oder Hirnblutungen ergeben", schrieb der 28-Jährige bei Facebook.

Peiffer bedankte sich für die vielen Genesungswünsche und kündigte an, dem deutschen Team vom Bett aus die Daumen zu drücken.

"Ich kann Euch beruhigen"

Nach seinem schweren Sturz hat Biathlet Arnd Peiffer das Krankenhaus am Freitagabend nach mehreren Stunden Beobachtung wieder verlassen können. Der Staffel-Weltmeister erholt sich nun im Mannschaftshotel in Presque Isle von dem Schock.

Sein Oberhofer WG-Kumpel Daniel Böhm schrieb bei Facebook: „Ich kann euch beruhigen, Arnd ist mittlerweile im Hotel und schläft sich den Brummschädel weg.“

Peiffer hatte Glück im Unglück. Er kam bei dem dramatischen Sturz, der das Schlimmste befürchten ließ, mit einer mittelschweren Gehirnerschütterung, Prellungen im Brustbereich und Schürfwunden im Gesicht noch halbwegs glimpflich davon.

„Arnd braucht jetzt ein paar Tage Ruhe“

„Stand heute gehen wir davon aus, dass er am Montag mit der Mannschaft nach Hause fliegen kann“, teilte Mannschaftsarzt Klaus Marquardt in einer Pressemitteilung des Deutschen Skiverbandes (DSV) mit. „Die medizinische Versorgung vor Ort war erstklassig. Arnd braucht jetzt ein paar Tage Ruhe.“

Peiffer war am Freitag bei der Weltcup-Verfolgung von Presque Isle/USA in der Schlussrunde in einer Abfahrt auf einer Eisplatte ausgerutscht und kopfüber gegen einen Baum geprallt. Ob sein WM-Start in drei Wochen in Oslo in Gefahr ist, ist derzeit noch unklar.

Marquardt sagte, dass Peiffer den Sturz den Umständen entsprechend gut verdaut habe. Langwierige Folgen seien „in aller Regel ausgeschlossen. Kurzfristig war ihm der Vormittag entfallen, die Informationen sind aber jetzt wieder da. Deshalb gehe ich nicht von einer langfristigen Schädigung aus und denke, das wird er alles gut verdauen“, sagte Marquardt der ARD.

Sein Teamkollege Erik Lesser schrieb auf Facebook: „Gute Besserung an Arnd Peiffer. Aber wie ich in ihn kenne, haut ihn das nicht um.“ Der Gesamtweltcup-Führende Martin Fourcade schrieb: „Alle meine Gedanken sind bei Arnd Peiffer, der sich gestern beim Rennen verletzte und ein paar Tage mehr in den USA bleiben wird, um sich zu erholen. See you in @oslo2016“

Staffel ohne Peiffer und Schempp

Peiffer fehlt natürlich am Sonnabend (20.20 Uhr/ARD und Eurosport) in der Staffel. Dort laufen nun Erik Lesser, Andreas Birnbacher, Daniel Böhm und Benedikt Doll. Bei der WM-Generalprobe fehlt zudem der viermalige Saisonsieger Simon Schempp, der leicht angeschlagen ohne Renneinsatz schon wieder nach Hause geflogen ist.

Da die Staffel-Weltmeisterinnen Laura Dahlmeier und Franziska Hildebrand sowie Maren Hammerschmidt eine Trainingspause einlegen, stellt sich das Damen-Quartett mit Franziska Preuß, Luise Kummer, Miriam Gössner und Karolin Horchler von selbst auf.

Wegen einer vorhergesagten Kältewelle starten die Damen statt am Sonntag auch am Sonnabend (22.10 Uhr). „Wir freuen uns drauf. Denn eine Staffel ist immer irgendwie etwas Besonderes. Wir geben das Beste und dann freue ich mich auf daheim“, sagte Preuß dem ARD-Hörfunk.