Biathlon

"Schnee voller Blut": Schwerer Sturz von Arnd Peiffer

Der deutsche Biathlet prallt beim Weltcup in Presque Isle gegen einen Baum und bleibt benommen liegen. Gewonnen hat der Favorit.

Biathlet Arnd Peiffer lag als bester Deutscher gut im Rennen.

Biathlet Arnd Peiffer lag als bester Deutscher gut im Rennen.

Foto: dpa

Presque Isle.  Große Sorge um Biathlon-Ass Arnd Peiffer: Nach einem schweren Sturz bei der WM-Generalprobe in Presque Isle muss der Staffel-Weltmeister vielleicht um seinen WM-Start bangen.

In der letzten Runde der Weltcup-Verfolgung kam der Harzer am Freitag in einer Abfahrt auf einer Eisplatte zu Fall, durchschlug den provisorischen Fangzaun und knallte mit voller Wucht gegen einen Baum. Dabei zog sich der 27-Jährige eine schwere Gehirnerschütterung und blutige Schürfwunden im Gesicht zu.

„Der Schnee war voller Blut. Aber er ist ansprechbar, wurde im Nackenbereich stabilisiert“, berichtete Disziplintrainer Andi Stitzl, der als einer der ersten zum Unfallort geeilt war, der ARD.

"Das ist erstmal erschreckend"

Peiffer wurde mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht. Und deshalb war beim Sieg des Franzosen Martin Fourcade das Ergebnis im letzten Einzelrennen vor der WM in Oslo (3. bis 13. März) für die deutschen Skijäger längst in den Hintergrund gerückt.

Es einte alle die Sorge um Peiffer, der zum Zeitpunkt seines Sturzes trotz eisiger Temperaturen von minus 16 Grad als bester Deutscher auf Kurs Top Ten lag.

„Ich habe ihn im Eck liegen sehen. Das ist erstmal erschreckend“, sagte Benedikt Doll dem ARD-Hörfunk. Er wurde als Zwölfter bester Deutscher, hatte aber aufgrund von zu vielen Schießfehlern wie seine Kollegen keine Chance auf eine Top-Platzierung.

Auf einer Trage abtransportiert

Und Lesser (13.) meinte: „Arnd war vor mir aus dem Schießstand rausgelaufen, und da sah er richtig gut aus. Und mit einmal liegt er da reglos in der Ecke. Da hatte man Angst, ob da vielleicht nicht ein bisschen mehr passiert ist.“

Nachdem Staffel-Weltmeister Peiffer zunächst benommen liegen blieb, war Schlimmes zu befürchten. Nach ein paar Minuten konnte er sich bewegen und angelehnt an den Baum hinsetzen, zitterte aber angesichts des Schocks.

Danach legten ihm Sanitäter eine Halsmanschette an. Er wurde dann auf einer Trage festgeschnallt und abtransportiert. „Von einem Fangzaun kann man da aber auch nicht sprechen“, mahnte Stitzl. Das Provisorium milderte nichts von der Wucht des Sturzes ab.

Weil der gesundheitlich leicht angeschlagene Simon Schempp am Freitag bereits nach Hause fliegt, hat Bundestrainer Mark Kirchner für die Staffel-WM-Generalprobe am Sonnabend (20.20 Uhr/ARD und Eurosport) nur noch Lesser, Doll, Andreas Birnbacher und Daniel Böhm zur Verfügung. Schempp hatte wegen Problemen mit den Bronchien bereits auf den Sprint und damit die Verfolgung verzichtet.