Scheiden fällt schwer

Der Mainzer Manager Christian Heidel kommt am Freitag nach Schalke. Ob er dort bald arbeiten wird, will er nicht sagen

Im Normalfall ist Christian Heidel nie um klare Ansagen verlegen. Doch in der Diskussion um seine eigene Person lässt er die Öffentlichkeit seit Monaten zappeln. Der Manager des FSV Mainz 05 gilt beim FC Schalke 04 als designierter Nachfolger von Horst Heldt. Dessen Vertrag wird nach dieser Saison nicht mehr verlängert – und niemand dementiert noch, dass Heidel ihn im Sommer beerben wird. Am Freitag (20.30 Uhr, Sky) treffen Mainz und Schalke in der Fußball-Bundesliga direkt aufeinander, eigentlich ein perfekter Zeitpunkt, um Definitives zu sagen.

Doch weit gefehlt, Heidel hält an seiner Taktik fest. „Ich glaube, dass es wesentlich besser ist, die Thematik intern zu besprechen. Ich möchte auch den Betrieb in Mainz und auf Schalke nicht aus dem Tritt bringen“, sagte er am Donnerstag.

Bis auf Weiteres gilt, was der 52-Jährige schon mehrfach betont hat: „Ein Klub muss mich wollen, ich muss wollen und die beiden Gremien der Klubs müssen es wollen. Die vier Häkchen sind noch nicht da.“

Trotzdem wollen diverse Medien aus dem „innersten 05-Zirkel“ erfahren haben, dass Heidel den Schalkern längst sein Ja-Wort gegeben hat. Ein Vierjahresvertrag und ein Gehalt von mehr als zwei Millionen Euro pro Jahr sollen bereits ausgehandelt worden sein.

Aber ganz so einfach ist das nicht: Die Zeiten, in denen Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies mal ordentlich auf den Tisch hauen und ein Machtwort sprechen konnte, scheinen vorbei. Die Hausmacht von Schalkes Aufsichtsratsvorsitzendem ist gebröckelt. Auf einer Aufsichtsratssitzung, die rund um das Heimspiel gegen Stuttgart (21. Februar) stattfinden wird, soll über Heidels Inthronisierung entschieden werden. Von elf Mitgliedern müssen mindestens acht für Heidel stimmen, um die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit zu gewährleisten. Aber: Auf wen kann sich Tönnies verlassen?

Dass in der Öffentlichkeit der Wechsel jedoch als bereits beschlossen gehandelt wird, verärgert den Mainzer Präsidenten Harald Strutz. „Mich persönlich hat von Schalke noch keiner gefragt, ob wir Heidel freigeben. Ich finde, es wäre dafür langsam mal an der Zeit“, erklärte der 65-Jährige.

So betont Heidel selbst immer wieder: Sein Herzensverein Mainz 05 dürfe bei einem Wechsel keinen Schaden nehmen. Seit 24 Jahren ist er Manager des Klubs, an seiner Loyalität gibt es keine Zweifel. „Ich habe nur ein Herz. Ich wünsche mir wie bei jedem Spiel einen Sieg von Mainz 05“, erklärte er vor dem für ihn so brisanten Duell. Der Mainzer Macher und „Transferkönig“ der Liga hat bei den 05ern wiederholt Veränderungen in der Führungsstruktur hin zu einem hauptamtlichen Vorstand und Aufsichtsrat angemahnt. Frühestens im kommenden Jahr kann das aber erst umgesetzt werden, denn die Mitglieder müssten solchen Pläne genehmigen.

Auf Schalke sammelt der scheidende Heldt derweil wieder Pluspunkte. Die Vertragsverlängerung mit dem noch verletzten Kapitän Benedikt Höwedes bis 2020 ist sein Verdienst. Eine „lahme Ente“ sieht wohl anders aus. Im Moment sei es aber nicht einfach, „die Zukunft zu planen und über Zugänge zu sprechen“, klagte Trainer Andre Breitenreiter kürzlich gegenüber der „Sport Bild“.

Das wäre eigentlich schon Aufgabe von Heidel, aber der ist frühestens ab Juli ein Knappe.