Gelsenkirchen –

Höwedes-Show: „Kohle geht, Kumpel bleibt“

Schalker Weltmeister mit pathetischem Treuebekenntnis

Gelsenkirchen.  Der Treueschwur von Fußball-Weltmeister Benedikt Höwedes bereitete Horst Heldt sichtliche Genugtuung. Mit seligem Lächeln lauschte der Sportvorstand des FC Schalke den pathetischen Worten des Weltmeisters zu seiner Vertragsverlängerung bis 2020. „Kohle geht, Kumpel bleibt“, sagte der 27 Jahre alte Abwehrspieler, der am Mittwoch die großen Gefühle des treuen Schalker Anhangs auch bei Facebook bediente: „In einer Zeit der Ich-AGs möchte ich für das Wir stehen. Wir sind Kumpel- und Malocher-Klub. Wir sind Sein statt Schein. Lasst uns unsere Ideale auch in der Zukunft vertreten.“

Entgegen den Spekulationen über einen Wechsel in die Premier League bleibt Höwedes seinem Stammverein treu und verlängerte seinen bis 2017 datierten Vertrag vorzeitig um drei weitere Jahre. Er spielt seit Sommer 2001 für die Königsblauen und feierte 2007 sein Bundesligadebüt. Dass der neue Kontrakt keine Ausstiegsklausel enthält, vergrößerte die Freude von Trainer André Breitenreiter: „Ich bin sehr froh, dass Benedikt schon zu so einem frühen Zeitpunkt verlängert hat. Er ist Weltmeister und ein absoluter Führungsspieler.“

Sportvorstand Heldt genießt die Entscheidung des Kapitäns

Die Chance, sich bei einem anderen Verein weiterzuentwickeln, hat Höwedes jedoch zunächst verschenkt. „Mehrfach habe ich gesagt, dass ich für keinen anderen Bundesliga-Verein spielen werde. Und ein Wechsel ins Ausland steht für mich absolut nicht auf der Tagesordnung“, machte Höwedes deutlich. Sein Entschluss sei „mit klarem Verstand und pochendem Herzen“ gefallen.

Heldt nutzte die Gelegenheit, um auf seine Loyalität zu seinem Noch-Arbeitgeber hinzuweisen. Schließlich gelang es dem am Saisonende scheidenden Sportvorstand in den vergangenen Wochen, neben Torhüter Ralf Fährmann noch einen umworbenen Leistungsträger an den Verein zu binden. „Stellen Sie sich mal vor, ich hätte einfach hingeschmissen. Da hätte der Verein keinen Sportvorstand gehabt. Da wären solche Vertragsverlängerungen wie mit Höwedes nicht möglich gewesen“, sagte Heldt und genoss die Entscheidung des Schalker Kapitäns sichtlich.

Für ihn kommt die gute Nachricht zur rechten Zeit. Schließlich treffen die Schalker am Freitagabend auf den Ligakonkurrenten Mainz. Deren Manager Christian Heidel soll ihn dem Vernehmen nach mit Beginn der kommenden Saison in Gelsenkirchen beerben.