Canmore –

Nach Silber-Coup kocht Biathlet Doll für seine Kollegen

Canmore.  Nach seiner fast geglückten Aufholjagd verwöhnte Benedikt Doll seine Teamkollegen erstmal mit Pasta. „Kredenzt von Chefkoch Benedikt Doll persönlich. Ich weiß, nach seinem genialen Wettkampf hätte ich ihn bekochen müssen“, schrieb Deutschlands Nummer eins im Biathlon, Simon Schempp, nach dem Weltcup-Massenstart von Canmore auf Facebook. Denn diesmal war nicht wie sonst Schempp der Überflieger, sondern Hobby-Koch Doll. „Das sind die guten Ergebnisse, die man braucht. Und mit Blick auf die WM war es ein sehr wichtiges Rennen, weil ich viele Punkte geholt habe, um dann in Oslo auch sicher beim Massenstart dabei zu sein“, sagte Doll nach seinem Sturmlauf auf Rang zwei.

Während der Sprint-Dritte Schemmp wie viele andere mit den teils unberechenbaren Windböen am Fuße der Rocky Mountains im Südwesten Kanadas gar nicht klar kam und auf dem enttäuschenden 21. Platz landete, verpasste Doll den ersten Weltcupsieg seiner Karriere nur um vier Sekunden. Seine beste Saisonplatzierung gibt ihm gut vier Wochen vor der WM (3. bis 13. März) Selbstvertrauen. Der 25-Jährige läuft in diesem Winter erstmals eine komplette Weltcupsaison durch: „Deshalb liegt mein Fokus ganz klar auf dem Gesamtweltcup. Jetzt bin ich in den Top Ten, und das würde ich bis zum Schluss gerne halten.“ Für die WM ist der Jüngste im deutschen Team gesetzt. Für Einsätze in Oslo hat er „Wunschvorstellungen. Die Staffel ist ein tolles Ziel, ist immer etwas ganz Besonderes.“

Während die norwegischen Stars zugunsten der WM-Vorbereitung auf den anstrengenden Trip nach Kanada verzichteten, reisen die Deutschen mit zwei Podestplätzen der Männer weiter in die USA nach Presque Isle. Die deutschen Frauen gingen diesmal in den Einzelrennen leer aus. Der erste Weltcup in Canmore seit 22 Jahren fand angesichts der guten Schneebedingungen und der malerischen Kulisse Anklang, aber Schempp ist kein Freund davon, „wenn das jedes Jahr hier stattfinden würde. Dafür sind der Reisestress und die Kosten einfach zu hoch.“