WM-Affäre

DFB geht gegen Franz Beckenbauer und die Fifa vor

Der DFB hat ein ungewöhnliches Verfahren gegen die ehemalige Spitze des Organisationskomitees für die WM 2006 eingeleitet.

Franz Beckenbauer ist sich keiner Schuld bewusst

Franz Beckenbauer ist sich keiner Schuld bewusst

Foto: imago/HJS

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat im Verfahren um die umstrittene Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 bereits im Dezember rechtliche Schritte gegen das damalige WM-Organisationskomitee (OK) eingeleitet. Das sind der einstige OK-Chef Franz Beckenbauer, die ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach, der frühere DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt und der Beckenbauer-Vertraute Fedor Radmann.

Auch der Weltverband Fifa sowie die Testamentsvollstrecker von Robert Louis-Dreyfus sind eingeschlossen.

Welchen Weg nahmen die 6,7 Millionen?

Der DFB wollte damit verhindern, dass etwaige Ansprüche zum 31. Dezember 2015 hätten verjähren können. Nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung, des NDR und des WDR hat der DFB kurz vor Ende des vergangenen Jahres bei der ÖRA die „Einleitung eines Güteverfahren“ betragt. Die ÖRA ist die Öffentliche Rechtsauskunft- und Vergleichsstelle in Hamburg.

Solch ein Antrag hemmt die Verjährung. Es geht um 6,7 Millionen Euro, die zwischen 2000 und 2005 auf bisher ungeklärten Wegen zwischen WM-OK, Louis-Dreyfus und Fifa hin- und her geschoben worden.

Davon unabhängig versuchen seit Monaten Anwälte der Kanzlei Freshfields im Auftrag des DFB den genauen Weg des Millionen-Deal nachzuvollziehen. Zudem ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung. Strafen und Steuernachzahlungen stehen im Raum