American Football

Sheriff Peyton Manning bittet zum letzten Rodeo

Er ist der Star der Denver Broncos. Der Gewinn der Super Bowl könnte der krönende Abschluss seiner 18-jährigen Karriere werden.

Foto: Ron Chenoy / USA Today Sports

Santa Clara.  Peyton Manning ließ sich nicht locken. All die bohrenden Fragen zu seiner Zukunft blockte der Star der Denver Broncos ab. „Ich treffe vor dem Saisonende keine Entscheidung“, sagte Manning. Es spricht aber einiges dafür, dass der 50. Super Bowl in der Nacht zum Montag (0.30 Uhr, Sat.1) sein letztes NFL-Spiel sein wird. ­

Manning (39) ist der älteste Spieler in der Geschichte der nordamerikanischen Football-Profiliga, der ein Team im ­Finale als Quarterback auf das Feld führen wird. Holt der „Sheriff“ im Duell mit den stärker eingeschätzten Carolina Panthers beim Spektakel in Santa Clara in Kalifornien seinen zweiten Titel, wäre es der perfekte Schlusspunkt seiner ­18-jährigen Karriere.

Zum vierten Mal im Finale

Ein Privatgespräch hatte die Spekulationen um den Spielmacher in den US-Medien zuletzt weiter angeheizt. „Hör zu, das könnte mein letztes Rodeo sein. Es war mir ein Vergnügen“, soll Manning nach dem Halbfinalsieg über die New England Patriots zu deren Trainer Bill Belichik gesagt haben. „Ich habe ihm nur Respekt gezollt“, erklärte Manning zu der nicht für die Öffentlichkeit ­bestimmten Unterredung, „vielleicht spiele ich noch zehn Jahre.“

Zum vierten Mal steht der seit längerer Zeit verletzungsgeplagte Manning im Super Bowl. Die Diskussion um ihn und seinen möglichen Abschied von der Bühne soll den Erfolg auf keinen Fall gefährden. 2007 gelang ihm mit den Indiana Colts der bislang einzigen Triumph.

Der Zahn der Zeit nagt an Manning, der Quarterback der alten Schule weiß das. Ganze neun Touchdown-Pässe warf er diese Saison in zehn Einsätzen, sein Gegenüber hat da ganz andere Zahlen zu bieten.

Größter Raumgewinn aller Spieler

Cam Newton gelangen 35 Touchdown-Pässe, zehnmal brachte der anders als die traditionellen Spielmacher lauffreudige 26-Jährige den Ball sogar selbst in die Endzone. Newton ist der gefährlichere Quarterback, Denver lebt dagegen von seiner starken Defense.

Manning, fünfmal wertvollster Spieler der Liga, hält eine Menge von Newton: „Er ist großartig. Er wird wahrscheinlich das Gesicht der NFL für die nächsten acht bis zehn Jahre sein.“ Der Gelobte war für die Worte dankbar: „Wenn der Sheriff etwas sagt, kannst du es wahrscheinlich direkt in goldenen Lettern für die Ewigkeit festhalten.“

In der NFL hat Manning Spuren ­hinterlassen, egal, was am Sonntag ­passiert. Mit 71.940 Yards Raumgewinn durch sein Passspiel steht er an der ­Spitze der Rangliste.