Formel Eins

Montezemolo über Schumacher: Sturz hat ihn kaputt gemacht

Seit Monaten wird über Michael Schumachers Gesundheitszustand kein Wort gesagt. Sein ehemaliger Boss bricht nun das Schweigen.

Der ehemalige Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo (r) mit Michael Schumacher 2005  beim Grand Prix von San Marino in Imola

Der ehemalige Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo (r) mit Michael Schumacher 2005 beim Grand Prix von San Marino in Imola

Foto: epa Kerim Okten / dpa

Mailand.  Luca di Montezemolo hat viel erlebt mit Michael Schumacher. Er hat dem Rekordweltmeister sportlich die erfolgreichste Ära Ferraris in der Formel 1 mitzuverdanken. Nun sitzt er auf einer Bühne und wird nach Neuigkeiten zu „Michele“ gefragt.

Ein heikles Thema. Denn alle, die tatsächlich wissen, wie es dem mittlerweile 47-Jährigen geht, schweigen öffentlich. Montezemolo tut es nicht, er redet. Auch wenn er eigentlich wenig aussagt.

Luca di Montezemolo, der Karrieremensch aus einer piemontesischen Adelsfamilie und Michael Schumacher, der siebenmalige Weltmeister, der aus einfachen Verhältnissen stammt. „Wir hatten großartige Jahre zusammen, auch auf persönlicher Ebene“, sagt di Montezemolo und fordert die Zuhörer bei der Veranstaltung zum 60. Geburtstag des Magazins „Quattroruote“ zum Applaus für Schumacher auf.

Vor 20 Jahren zu Ferrari gewechselt

Zur Saison 1996 wechselte Schumacher vor 20 Jahren von Benetton zu Ferrari. Der italienische Traditionsrennstall dümpelte vor sich hin. Der letzte WM-Titel lag lange zurück durch Jody Scheckter im Jahre 1979. Schumacher machte Ferrari mit Akribie, Ehrgeiz und seinem Teamgeist wieder zur Nummer eins und gewann von 2000 bis 2004 jede Saison den Fahrertitel.

Dazu von 1999 bis 2004 die Meisterschaft bei den Konstrukteuren. Di Montezemolo genoss die Erfolge als Präsident von Ferrari. Und er leidet, seitdem Schumacher am 29. Dezember 2013 beim Skifahren in den französischen Alpen verunglückte.

„Leider hat ihn ein zufälliger Sturz auf Skiern kaputt gemacht“, sagt di Montezemolo. Die Neuigkeiten, die er von Schumacher habe, seien leider keine guten, betont der Italiener. Weitere Details nennt der 68-Jährige nicht.

Das Umfeld schweigt zum Gesundheitszustand

Wer weiß schon, wie es Schumacher wirklich geht? Seit September 2014 befindet er sich zu Hause am Genfer See zur weiteren Rehabilitation. „Ein Recht auf Information über seinen Zustand hat die Öffentlichkeit nicht“, hatte Schumachers Medienanwalt Felix Damm vor einigen Wochen betont.

Die Familie, engste Freunde und Weggefährten schweigen. Für die offiziellen Verlautbarungen ist Schumacher-Managerin Sabine Kehm zuständig. Kurz vor Weihnachten dementierte sie einen Bericht, wonach der 91-malige Grand-Prix-Gewinner wieder gehen könne.

Schumacher hatte sich bei dem Sturz mit dem Kopf auf einen Felsen trotz eines Helmes ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zugezogen. Er schwebte tagelang in Lebensgefahr und lag monatelang im künstlichen Koma.