Insolvenz

HSV Handball verliert seine Lizenz für die Bundesliga

Der insolvente HSV Handball verschwindet nach fast 14 Jahren in der Eliteliga von der Bildfläche. Der Ausverkauf hat schon begonnen.

HSV-Torwart Johannes Bitter, Weltmeister von 2007, wechselt zum Aufsteiger TVB Stuttgart

HSV-Torwart Johannes Bitter, Weltmeister von 2007, wechselt zum Aufsteiger TVB Stuttgart

Foto: Axel Heimken / dpa

Hamburg.  Bundesliga-Knockout für ein Schwergewicht des deutschen Handballs: Der insolvente HSV Handball verschwindet nach fast 14 Jahren in der Eliteliga von der Bildfläche. Am Mittwoch entzog die Handball-Bundesliga (HBL) den Hanseaten die Lizenz, damit steht der deutsche Meister von 2011 und Champions-League-Sieger von 2013 als erster Absteiger fest.

„Aufgrund gravierender Verstöße gegen zwingend einzuhaltende Verpflichtungen“ werde dem HSV die Bundesliga-Lizenz zum Ende der Saison 2015/2016 entzogen, hieß es in der Mitteilung der HBL, die zum „maximal möglichen Strafmaß“ griff.

Die Hamburger können gegen das Urteil noch Einspruch einlegen. Zudem besteht für den HSV die Möglichkeit, die Saison zu Ende zu spielen. Allerdings deutet alles darauf hin, dass sich die arg gebeutelten Hanseaten mit sofortiger Wirkung zurückziehen. Den Spielern soll laut eines Berichts der „Hamburger Morgenpost“ schon schriftlich gekündigt worden sein.

Wichtiges Schriftstück vorenthalten

Der Grund für die Entscheidung der HBL liegt in einem Schriftstück, dass die ehemalige Geschäftsführung des Klubs der Liga offenbar vorenthalten hatte. Zu einer Verpflichtungserklärung des ehemaligen Mäzens Andreas Rudolph über eine Absicherung von rund 2,5 Millionen Euro gab es eine vertragliche Einschränkung – bei der Erteilung der Lizenz hatte die HBL davon keine Kenntnis.

„Die absichernde Wirkung“ von Rudolphs Verpflichtungserklärung sei durch die vertragliche Ergänzung „ganz gravierend eingeschränkt“ worden, hieß es in der Urteilsbegründung. Bei genauer Kenntnis darüber hätte es keine Lizenz für den HSV gegeben.

Bereits vier Spieler weg

Der Kader des HSV ist längst in der Auflösung begriffen. Am Mittwoch wurde der Wechsel von Torwart Johannes Bitter (33) zum TVB Stuttgart bestätigt. Der Weltmeister von 2007 unterschrieb einen Vertrag bis Saisonende.

Bitter ist nach Adrian Pfahl (Göppingen), Torhüter Jens Vortmann (Leipzig) und Kreisläufer Ilija Brozovic (Kiel) der vierte Spieler, der einen neuen Klub gefunden hat. Zudem steht der dänische Nationalspieler Hans Lindberg vor einem Wechsel zu den Füchsen Berlin.