Tennis-Skandal

Reaktionen: Für Alfons Hörmann „Schlag in die Magengrube“

Das sagen Spieler und Funktionäre: Der DOSB-Chef will, dass der Sport Hilfe von außen erhält. Andrea Petkovics Meinung ist eigenwillig.

Der Präsident des DOSB, Alfons Hörmann, spricht von einer Bankrotterklärung für den Sport

Der Präsident des DOSB, Alfons Hörmann, spricht von einer Bankrotterklärung für den Sport

Foto: Peter Steffen / dpa

Novak Djokovic (Tennisprofi): „Ich glaube nicht, dass das einen Schatten auf unseren Sport wirft. Es gibt bislang keine klaren Beweise, dass aktive Spieler betroffen sind. Solange ist es reine Spekulation.“

Roger Federer (Tennisprofi): „Ich würde gerne die Namen wissen. War es ein Spieler oder seine Entourage? Wann? Ein Einzel- oder Doppelspieler? In welchem Grand Slam? Es gibt keinen Platz für dieses Verhalten in unserem Sport, ich habe kein Verständnis dafür.“

Serena Williams (Tennisprofi): „Ich kann nur für mich antworten: Wenn ich spiele, gebe ich mein Bestes. Und jede Spielerin, gegen die ich spiele, scheint ebenfalls ihr Bestes zu geben.“

Andrea Petkovic (Tennisprofi): „Was mich gewundert hat, ist, dass es anscheinend auch Topspieler betrifft. Da verdient man ja eigentlich genug Geld. Die ATP muss entweder die Wetten auf den kleinen Turnieren unterbinden oder das Preisgeld so erhöhen, dass die Jungs davon leben können.“

Philipp Kohlschreiber (Tennisprofi): „Wettbetrug gibt es leider Gottes in jeder Sportart. Man darf aber jetzt nicht alle Spieler und die Tour schlecht machen. Man arbeitet positiv dagegen, es gibt für uns Spieler viele neue Regeln.“

Maria Scharapowa (Tennisprofi): „Ich hoffe, dass es im Tennis keine Spielabsprachen gibt. Für mich persönlich war der Sport an sich immer wichtiger als das Geld.“

Alfons Hörmann (DOSB-Präsident): „Das wäre ein weiterer Tiefschlag. Ich empfinde solche Nachrichten als Schlag in die Magengrube für alle die, die sich für den Sport engagieren. Ich bin aber noch vorsichtig, es lohnt sich, ein paar Stunden abzuwarten, bis die Nachrichten klarer sind. Sollten sich die Berichte der BBC und von BuzzFeed bestätigen, müssen diese Dinge in aller Klarheit und Brutalität aufgeklärt und behoben werden. Die Frage eines fairen und den Prinzipien des Sports entsprechenden Wettkampfes steht für mich an allererster Stelle. Wenn das Spiel oder der sportliche Wettbewerb manipuliert wird, ist das die Bankrotterklärung für den Sport. Vor zwei Jahren hätte ich gesagt, dass der Sport die Dinge selbst vernünftig und sauber regeln kann. Nach den neuen Erkenntnissen muss man aber sagen, dass es der Hilfe von außen bedarf.“

Chris Kermode (ATP-Präsident): „Ich weise die Beschuldigungen zurück, dass wir irgendwelche Dinge zurückhalten oder nicht gründlich untersuchen. Wir sind wachsam. Wir brauchen Beweise. Wir sind uns bewusst, dass es wie in anderen Sportarten auch im Tennis diesbezügliche Risiken gibt. Aber die Verschiebungen bewegen sich auf einem unglaublich niedrigen Niveau.“