Eisschnelllauf

Ein Holländer will die Deutschen wieder flotter machen

Jan van Veen wird Cheftrainer der Mehrkämpfer und soll den schwächelnden Verband mit neuen Strukturen zu alten Erfolgen führen.

Jan van Veen ist der neue Hoffnungsträger der DESG

Jan van Veen ist der neue Hoffnungsträger der DESG

Foto: Martin de Jong / BM

Berlin.  Die Leistungen reichen kaum mehr zu internationalen Spitzenplätzen, einige Athleten gehen ihre eigenen Wege, wollen sich nach Holland orientieren oder versuchen es wie Claudia Pechstein mit selbst finanzierten Trainern und Trainingspartnern. Die Zustände bei der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) sind alarmierend. Da überraschte es am Wochenende bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Berlin viele, als an deren Rande in Jan van Veen (46) ein Niederländer als neuer Trainer vorgestellt wurde. Ab 1. Februar steigt er ein, beobachtet zunächst und wird zur neuen Saison als Cheftrainer für die Mehrkämpfer fungieren.

Abenteuerlust als Antrieb

Für Sportdirektor Robert Bartko ein Zeichen, dass noch nicht alles verloren ist. „Dass sich in der augenblicklichen Situation ein niederländischer Erfolgstrainer zur DESG bekennt, finde ich großartig. Er bringt eine gute Einstellung mit“, sagte der Berliner. Van Veen hat lange im Nachwuchs gearbeitet und dann bei drei holländischen Privatteams.

„Ich finde das sehr spannend und gehe gern Abenteuer ein“, sagte van Veen zu seinem Engagement beim deutschen Verband. Gemeinsam mit Bartko will er Strukturen entwickeln, mit denen die DESG wieder zum Erfolg zurückfinden kann. Dazu müssten sich ein paar Dinge ändern, so van Veen.

Pechstein mit Topzeit

Bei Pechstein fruchten die selbst initiierten Veränderungen offenbar schon. Am zweiten Tag der Mehrkampfmeisterschaften lief sie die 5000 Meter in 7:00,18 Minuten und verfehlte den Bahnrekord von Olympiasiegerin Martina Sablikova aus Tschechien nur um 0,92 Sekunden. Mit vier Streckensiegen holte sich die 43-Jährige ihren 28. deutschen Meistertitel.

Und das mit dem größten Vorsprung einer Mehrkampf-Meisterin auf die Zweitplatzierte seit der deutschen Vereinigung. „Das war meine beste Zeit in Berlin“, sagte Pechstein, die ab sofort von Star-Trainer Peter Mueller betreut wird. Mit ihm an der Seite will sie bei der WM in vier Wochen „die anderen Damen ärgern“. Die Form dazu hat sie offenbar bereits.