Hannover –

Handballteam verliert und bangt um weitere Spieler

Hannover. Dagur Sigurdsson war sichtlich angefressen. „Das war viel zu wenig“, sagte der Bundestrainer nach der verpatzten EM-Generalprobe der deutschen Handballer: „Vielleicht waren einige Spieler mit dem Kopf schon in Polen.“ 24 Stunden nach dem hart erkämpften 26:25-Erfolg gegen Island verlor das deutsche Team gegen die Skandinavier am Sonntag in Hannover völlig verdient mit 24:27 (12:15) und kassierte im letzten Härtetest sechs Tage vor dem EM-Auftaktspiel gegen Mitfavorit Spanien seine erste Testspiel-Niederlage.

Für zusätzliche Bauschmerzen sorgt die angespannte Personalsituation. In Shootingstar Christian Dissinger und Steffen Fäth stehen seit Sonntag zwei weitere Leistungsträger auf der Kippe. Dissinger erlitt einen heftigen Pferdekuss und musste 45 Minuten zuschauen, Fäth fiel in der zweiten Halbzeit auf die Hüfte und zog sich eine Prellung zu. „Wir müssen jetzt schauen, wie die Verletzten drauf sind und ob wir da noch was machen müssen“, sagte Sigurdsson, der bis zur Abfahrt zur EM (15. bis 31. Januar) am Donnerstag seinen Kader benennen wird.

Nach dem guten Auftritt am Vortag offenbarte die neu formierte Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am Sonntag sowohl im Angriff als auch in der Abwehr noch einige Baustellen. Anstatt sich mit einem Erfolg nach Breslau zu verabschieden, beendete der WM-Siebte, der am vergangenen Dienstag noch Tunesien (37:30) bezwungen hatte, seine EM-Vorbereitung mit der Bilanz von zwei Siegen in drei Spielen.