Berlin –

Bereit für die speziellen Momente

Dank ihrer guten Über- und Unterzahl-Formationen siegen die Eisbären gegen Augsburg mit 4:2

Berlin.  So richtig sicher war sich auch direkt nach Spielschluss noch keiner. Mal stand Bruno Gervais als Schütze des ersten Tores in der Statistik, dann Henry Haase. Trainer Uwe Krupp hatte auf der Bank des EHC Eisbären sicherheitshalber sofort beiden auf die Schulter geklopft. Ja wer denn nun? „Berührungen habe ich viele gespürt. Da waren sechs Schläger, vier Schlittschuhe, zwei Hände. Wäre schön, wenn auch ein Puck dabei gewesen wäre“, sagte Haase zur fraglichen Szene. Einige Zeit nach der Partie erschien dann wieder Gervais als Torschütze im Spielbericht. Haase muss also weiter warten auf seinen ersten Saisontreffer. Egal, der Sieg zählt ja sowieso mehr. Mit 4:2 (3:0, 0:1, 1:1) setzte sich der EHC gegen die Augsburger Panther durch.

Nach anstrengenden Wochen können sich die Berliner nun erst einmal ausruhen. „Es ist sehr angenehm zu wissen, dass morgen ein freier Tag ist“, erzählte Haase. Über Weihnachten und den Jahreswechsel häufen sich die Spiele in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gewöhnlich, „das ist eine harte Zeit“, so Haase. Deren Ende dürfen die Eisbären als Tabellenführer genießen.

Diesem Status wurde die Mannschaft vor den 13.922 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena vor allem im ersten Drittel gerecht. Die Berliner starteten mit enormer Energie. Als würden sie permanent in Überzahl spielen, so sah es aus. Fast alles passierte nur rund um das Tor der Gäste, die kaum einen Befreiungsschlag hinbekamen. Gefühlt fiel das 1:0 durch Gervais, dessen Schuss vielleicht von Haase abgefälscht worden ist, nach sechs Minuten sehr spät. Dafür legten die Eisbären in der Folge eine beeindruckende Konsequenz an den Tag. Ihre ersten beiden tatsächlichen Überzahl-Situationen nutzten Barry Tallackson (12.) und Marcel Noebels (16.), um die Führung auf 3:0 auszubauen. Die Top-Sturmreihe mit Tallackson, Noebels und Darin Olver bereitete auch den ersten Treffer vor und lieferte eine grandiose Leistung ab.

Von den Rängen schallte es danach: „Nur noch acht.“ In Anspielung auf das Rekordergebnis in der Großarena, ein 11:0 gegen Augsburg bei der Eröffnung der Halle 2008. Derart einfach wurde es jedoch nicht, denn die Berliner verbrachten zu viel Zeit auf der Strafbank. „Das hat uns geschadet“, sagte Mark Olver, Darins Bruder. Der Rhythmus ging verloren, es musste viel Kraft aufgewendet werden, um in Unterzahl keine Treffer zu kassieren. „Wir haben uns mit den Strafzeiten den Schwung selbst genommen“, sagte Trainer Krupp. Doch sowohl die Überzahl- als auch die Unterzahl-Formationen leisteten gegen Augsburg starke Arbeit.

Zwar mussten die Berliner mit einem Mann weniger keine Treffer hinnehmen, dennoch verkürzte Augsburg durch Mark Mancari (33.). „Da war ein bisschen Zufriedenheit bei uns drin“, sagte Haase. Ein Penaltyschuss, verursacht von Travis Mulock, brachte die Schwaben durch Andrew LeBlanc sogar auf 2:3 heran (51.). Auf ihr Powerplay konnten sich die Eisbären jedoch verlassen, Mark Olver traf zum 4:2 und beruhigte die Partie (55.). „Es ist doch eine recht enge Sache gewesen“, sagte Trainer Uwe Krupp. Genau wie bei der Entscheidung zwischen den Verteidigern Henry Haase und Bruno Gervais als Torschütze.