Gegen Belgien

Deutsche Volleyballer legen Grundstein für Olympia-Ticket

Im Schnelldurchgang haben die deutschen Volleyballer die erste Hürde auf dem Weg zu Olympia genommen. Die Frauen verloren in der Türkei

Marcus Böhme (M.) und Georg Grozer (r.) freuen sich über den Auftaktsieg

Marcus Böhme (M.) und Georg Grozer (r.) freuen sich über den Auftaktsieg

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin.  Gute Nerven hat er, das muss man Vital Heynen lassen. Andere Trainer würden sich bei so einem wichtigen Ereignis wie der Olympia-Qualifikation womöglich in den Katakomben verschanzen, ganz tief in sich gehen und außer dem eigenen Team mit niemandem kommunizieren. Der Volleyball-Bundestrainer aber streifte eine halbe Stunde vor Spielbeginn vergnügt durch die mäßig gefüllte Halle und unterhielt die wartenden 2500 Zuschauer mit seinen Erzählungen. Zweieinhalb Stunden später war er immer noch wohlgemut, denn die deutsche Nationalmannschaft hatte das so wichtige erste Gruppenspiel gegen Belgien 3:0 (28:26, 25:19, 26:24 ) gewonnen.

Von der Gelassenheit Heynens hatten seine Spieler allerdings wenig mitbekommen, sie starteten nervös in die Partie. Beim Stand von 4:8 hätte es die erste technische Auszeit geben sollen, doch Heynen mischte sich ein. Der Bundestrainer forderte nach dem Angriff von Denis Kaliberda den Videobeweis, denn er hatte den Ball nicht im Netz, sondern an den Händen des belgischen Blocks gesehen. Heynen hatte recht und die deutsche Auswahl erwachte.

Nach dem Ausgleich (8:8) stellte Belgien den Abstand dank einer starken Block- und Abwehrleistung aber zunächst wieder her (11:15). Einzig Georg Grozer vermochte immer mal wieder einen wuchtigen Angriff auf den Boden der gegnerischen Feldhälfte zu prügeln. Er war es dann auch, der mit neun Punkten maßgeblich dazu beitrug, dass der erste Satz doch noch 28:26 an die Gastgeber ging. „Ich verstehe das auch nicht. Den Satz muss Belgien eigentlich gewinnen“, sagte Heynen.

Jetzt hatte die deutsche Mannschaft aber ihren Rhythmus gefunden, startete 5:0 in den zweiten Durchgang und gab diesen Vorsprung bis zum Satzende nicht mehr ab (25:19). Den dritten Satz verschlief die deutsche Auswahl beinahe, bei 10:16 deutete alles auf mindestens einen zusätzlichen Durchgang hin, doch wieder erwachte Heynens Team rechtzeitig. Lukas Kampa schickte sich mit einem Mal an, ähnlich hart wie Grozer zu servieren, und beim Stand von 22:22 wurden die Gäste so nervös, dass sie sich Fehler leisteten. „Ist doch schön, wenn man nicht gut spielt und trotzdem gewinnt“, sagte Heynen. „Was passiert dann erst, wenn wir gut spielen?“ Am Mittwoch trifft Deutschland auf die starken Serben (18 Uhr, Sport1).

Die deutschen Frauen verloren bei ihrem Olympia-Qualifikationsturnier in Ankara 1:3 (25:27, 25:23, 16:25, 17:25) gegen Gastgeber Türkei und benötigen am Mittwoch gegen Kroatien einen Sieg, um sich Platz zwei in der Gruppe zu sichern (15.30 Uhr, Sportdeutschland.tv)