Vierschanzentournee

Warum Severin Freunds Chancen auf den Sieg bei Null liegen

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Severin Freund sprang bisher eine hervorragende Vierschanzentournee, muss gegen Ende aber kürzer treten

Severin Freund sprang bisher eine hervorragende Vierschanzentournee, muss gegen Ende aber kürzer treten

Foto: Daniel Karmann / dpa

Vor dem Abschlussspringen der Vierschanzentournee gibt es eine schlechte Nachricht für den großen deutschen Hoffnungsträger.

Bischofshofen.  Die schmerzhaften Sturz-Prellungen von Innsbruck haben Severin Freund vor dem Finale der Vierschanzentournee am Mittwoch (17 Uhr, ARD und Eurosport) lahmgelegt und die Chancen auf den ersten deutschen Triumph seit 14 Jahren auf den Nullpunkt sinken lassen.

Der Skisprung-Weltmeister musste am Dienstag seine Teilnahme an Training und Qualifikation absagen, um seine Blessuren auszukurieren. „Er hat Prellungen am ganzen Körper, speziell auf der rechten Seite“, berichtete Bundestrainer Werner Schuster.

„Kurzfristig haben wir eine perfekte Erstversorgung hinbekommen. Wie von allen befürchtet, merkt man es am Tag danach aber umso stärker. Es macht keinen Sinn, in dieser Verfassung auf die Schanze zu gehen.“

Start in Bischofshofen nicht gefährdet

Freunds Start in Bischofshofen, für den der 27-Jährige als Zweiter der Weltcup-Gesamtwertung automatisch qualifiziert ist, sei derzeit aber nicht gefährdet. „Die Regenerationsmaßnahmen laufen auf Hochtouren. Ich denke, für morgen wird es kein Problem geben. Severin wird springen“, versicherte Schuster. Freund habe trotz der Schmerzen sogar erwogen, am Training teilzunehmen. „Er wollte es probieren“, berichtete der Coach. „Aber wir mussten Vernunft walten lassen.“

Im Finale muss Freund heute knapp 20 Punkte auf Spitzenreiter Peter Prevc aus Slowenien aufholen, das sind umgerechnet elf Meter. „Wenn Peter weiter so springt, wird es sehr schwer“, weiß der Springer selbst. Und lediglich ein Probesprung bleibt am Mittwoch, um sich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen.

„Ich bin zuversichtlich, dass ihm die Umstellung auf die Schanze trotzdem gut gelingt. Es ist schwierig, aber machbar“, sagte Trainer Schuster. Seit Sven Hannawald 2003 lag kein Deutscher mehr vor dem Finale so aussichtsreich im Rennen. Der einzige Grand-Slam-Sieger der Tournee-Geschichte wurde damals Zweiter. Es war der Beginn einer langen deutschen Durststrecke.

( dpa )