Madrid –

Zidane folgt bei Real Madrid auf entlassenen Benitez

Der Weltmeister sagt: „Ich lege Herz und Seele in diesen Job“

Madrid.  Real Madrid hat den nächsten Trainer verschlissen, nun soll der frühere Weltstar Zinedine Zidane die verkorkste Saison der Königlichen retten. Der spanische Fußball-Rekordmeister, der aktuell nur auf Platz drei der Primera Division liegt, trennte sich am Montag nach nur 215 Tagen von Rafa Benitez und reagierte damit auf die seit Monaten andauernde Krise mit Misserfolgen peinlichen Pannen. Als Nachfolger präsentierte Klubchef Florentino Pérez den Franzosen Zinédine Zidane, der bislang die B-Mannschaft der Madrilenen trainiert hatte. Der Welt- und Europameister ist bereits der 14. Real-Trainer in 13 Jahren.

Perez sagte zu Zidane: „Zinédine, das ist dein Stadion, das ist dein Klub, du hast unser ganzes Vertrauen. Ich bin stolz, dich bei mir zu haben, weil für dich das Wort unmöglich nicht existiert.“ Dies brachte der 43-Jährige auch gleich zum Ausdruck: „Ich lege mein Herz und meine Seele in diesen Job, und ich werde alles Menschenmögliche tun, damit die Mannschaft am Ende der Saison einen Titel gewinnt. Ich glaube, dass alles gut wird.“ Die Vertragsunterzeichnung als Trainer sei bewegender als zu Profizeiten.

Vorgänger Benitez war erst am 3. Juni 2015 als Nachfolger des zukünftigen Bayern-Trainers Carlo Ancelotti vorgestellt worden. Doch er agierte glücklos. Sportlich konnte das Starensemble nicht überzeugen. Auch bei den Fans hatte der 55 Jahre alte Coach nur wenig Kredit. Zu den sportlichen Misserfolgen kamen peinliche Pannen wie der Wechselfehler des Trainers im Pokal gegen Cadiz CF, als er den nicht spielberechtigten Russen Denis Cheryschew einsetzte und damit dem Club den Ausschluss aus dem Wettbewerb bescherte. Das Malheur reihte sich ein in viele Negativschlagzeilen seit Saisonbeginn. So war der frühere Welttorhüter Iker Casillas im Sommer an den FC Porto abgegeben worden, der Wechsel des zum Nachfolger auserkorenen David De Gea (Manchester United) scheiterte allerdings an Wechselformalitäten.

Nun soll es also Zidane richten – der erste Franzose auf Reals Trainerbank. Der frühere Weltfußballer genießt einen guten Ruf: 2001 für die damalige Rekordsumme von 73,5 Millionen Euro nach Madrid gekommen, führte der Mittelfeldstar den Klub zum Champions-League-Sieg 2002 gegen Bayer Leverkusen, zum Weltpokal-Erfolg im gleichen Jahr und zur spanischen Meisterschaft 2003. Als Funktionär kehrte der Weltmeister von 1998 nach seinem Karriereende zu Real zurück - erst ab 2011 als Sportdirektor, ab 2014 dann als Trainer der zweiten Mannschaft.