Biathlon

Simon Schempp fährt im Foto-Finish am Podest vorbei

Trotzdem sind die deutschen Biathleten sehr zufrieden: Gut 70 Tage vor der WM gehen die Skijäger gut gelaunt in die Weihnachtspause.

Auch wenn es für den angestrebten Hattrick in Pokljuka nicht reichte: Simon Schmepp ist gerade in der Form seines Lebens

Auch wenn es für den angestrebten Hattrick in Pokljuka nicht reichte: Simon Schmepp ist gerade in der Form seines Lebens

Foto: Antonio Bat / dpa

Pokljuka.  Auch nach der Podest-Nullnummer in den letzten beiden Rennen des Jahres gehen die deutschen Biathleten bestens gelaunt in die Weihnachtspause. Sie haben die Gewissheit, so stark zu sein wie schon lange nicht mehr.

Mit grandiosen Auftritten in Pokljuka mit dem Doppelsieg von Simon Schempp, dem Erfolg von Laura Dahlmeier und zwei weiteren Podestplätzen demon-strierten sie ihre beeindruckende Frühform. „Ich hoffe, dass es im Januar so weitergeht“, sagte Schempp.

Der Schwabe konnte da auch die Foto-Finish-Niederlage am Sonntag im Massenstart gegen den Altmeister Ole Einar Björndalen im Kampf um Rang drei verschmerzen. Dass die Erfolge, die in den vergangenen zwei Wochen fast am Fließband kamen, aber längst keine Selbstverständlichkeit sind, zeigte sich auch bei den deutschen Frauen.

In 20 Saisonrennen sechs Siege und 19 Podiumsplätze

Im Massenstart wurde Vanessa Hinz nach zu vielen Schießfehlern als Beste Neunte, direkt gefolgt von Franziska Preuß und Laura Dahlmeier. Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig war 74 Tage vor dem WM-Start dennoch zufrieden: „Wir haben ein sehr kompaktes Team und können mit ruhigem Gewissen in die Weihnachtspause gehen.“ Nach den ersten drei der insgesamt neun Weltcups führen seine Mädels in der Nationenwertung deutlich, die Männer sind Zweite.

Insgesamt haben die Skijäger in den bisher 20 Saisonrennen sechs Siege (Schempp/3, Dahlmeier/2, Hildebrand/1) und 19 Podiumsplätze eingeheimst. Im Gesamtweltcup sind mit Franziska Hildebrand (3), Franziska Preuß (6), Laura Dahlmeier (7) und Maren Hammerschmidt (10) gleich vier Frauen in den Top Ten. Schempp ist Dritter – 53 Punkte hinter Martin Fourcade (Frankreich).

„Was die Jungs in den ersten Wochen geleistet haben, ist sensationell“, resümierte Bundestrainer Mark Kirchner. Doch jetzt sind die Akkus ziemlich leer. „Ich bin einfach nur froh, dass ich ein paar Tage Ruhe habe“, sagte Schempp. Doch ab Mittwoch geht es mit dem Training weiter. „Wir wollen ja auch im neuen Jahr wieder vorne mitlaufen.“

Nur das Gelbe Trikot fehlt noch

Angeführt von Schempp und Dahlmeier zeigen die Deutschen eine enorme mannschaftliche Geschlossenheit. Warum es so gut läuft? „Das kann ich auch nicht genau sagen. Aber momentan passt einfach alles im Team von A bis Z. Wir sind ein superstarkes Team, jeder kann auf das Podest laufen, und das zeigt, dass wir vieles richtig machen“, sagte Dahlmeier.

Nur weil sie beim Auftakt in Östersund krank fehlte und Schempp dort mit zwei Nullnummern patzte, laufen die beiden noch nicht im Gelben Trikot der Weltcup-Spitzenreiter. Die große Kristallkugel hat für Schempp, der in der Form seines Lebens ist, einen höheren Stellenwert als die WM. Er ist überzeugt, die komplette Saison „auf hohem Niveau“ absolvieren zu können. Laura Dahlmeier hat andere Prioritäten: „Mein Fokus liegt auf der WM.“