Nürnberg –

René Weiler: „Hertha ist so stark wie lange nicht“

Nürnbergs Trainer hofft im Pokal auf Außenseiter-Chance

Nürnberg.  Nach neun Pflichtspielen ohne Niederlage glaubt Nürnberg-Trainer René Weiler auch an die Sensation im DFB-Pokal. Er sieht Parallelen zwischen dem Höhenflug des Clubs und dem von Hertha. Ein Sieg am Mittwoch wäre wichtig, damit Nürnberg mit den Pokal-Einnahmen Leistungsträger halten kann.

Berliner Morgenpost: Herr Weiler, bei seinem letzten Aufeinandertreffen mit einem Berliner Verein hat der 1. FCN drei Tore kassiert. Darf sich Hertha auf das Pokal-Achtelfinale in Nürnberg freuen?

René Weiler: Nein. So einfach werden sie es nicht haben. Das 3:3 bei Union Berlin war eine verrückte Partie. Wir haben in dieser Saison schon ein paar Mal ein paar Tore zu viel kassiert. Aber wir sind mittlerweile stabiler und haben die ­Balance in unserem Spiel gefunden.

Reicht das, um Hertha zu schlagen?

Hertha spielt so stark wie lange nicht. Aber wir haben die Chance, wenn wir einen guten Tag erwischen. Wir müssen jeden Zweikampf, jeden Pass mit voller Intensität und Konzentration angehen. Das werden wir der Mannschaft einschärfen. In so einer Situation brauchst du Spieler, die wissen, um was es geht.

Ein Grund für Sie, wieder auf Torhüter Raphael Schäfer zu setzen?

Er ist definitiv eine Persönlichkeit und einer, der den Mund aufmacht. Davon haben wir in unserer jungen Mannschaft noch zu wenige. Ich habe in der aktuellen Spielzeit bereits drei verschiedene Torhüter aus unterschiedlichen Gründen einsetzen müssen und plane nicht, wieder etwas zu ändern.

Der Club hat rund drei Millionen Euro Schulden. Ist der finanzielle Aspekt für das Pokalspiel eine Extra-Motivation?

Wir haben genug sportlichen Druck, da brauchen wir uns nicht noch zusätzlich etwas aufzubürden.

Dennoch droht im Winter der nächste Ausverkauf. Hannover und Stuttgart wollen Spielmacher Alessandro Schöpf.

Mein Wille ist, dass er bleibt. Wir hatten erst im vergangenen Sommer einen größeren Umbruch, als ich mir das gewünscht hätte. Aber ich entscheide nicht – das ist unser Management.

Ist die Partie gegen Hertha der Test für die Bundesliga-Tauglichkeit Ihrer Mannschaft?

Das wird definitiv ein Gradmesser. Danach sehen wir, wo wir stehen. Für mich ist klar: Dieser Verein gehört in die Bundesliga. Die Konkurrenz ist momentan groß. Viele meiner Spieler haben das Potenzial für den Sprung. Aber dafür brauchen wir vor allem Stabilität – finanziell und in der Führung des Vereins.