Val d’Isère –

Ein fast perfektes Wochenende für Felix Neureuther

Routinier wedelt zu zwei Podestplätzen in Val d’Isère

Val d’Isère. Nach dem zweiten Podestplatz in Val d’Isère sank Felix Neureuther auf die Knie und nahm seinen Helm ab. Henrik Kristoffersen war Sekunden zuvor im ersten Slalom der Saison zu seinem fünften Weltcup-Sieg gerast und hatte den Favoriten Marcel Hirscher aus Österreich mit mehr als einer Sekunde Vorsprung auf Rang zwei verwiesen. „Stark“, kommentierte der drittplatzierte Neureuther die Vorstellung des 21 Jahre alten Norwegers. „Er bringt das mit einer Routine runter wie ein ganz alter Hase. Da kann sich auch der Opa ein bisschen verneigen.“

Komplimente zu verteilen, fiel Neureuther leicht. „Das war ein extrem gutes Wochenende für mich“, bilanzierte der 31-Jährige nach Rang drei im Slalom und dem zweiten Platz im Riesentorlauf tags zuvor. Auch der Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes war glücklich über die Ausbeute seiner Spitzenkraft. „Für Felix war das super. Im Riesenslalom auf dem Podest zu stehen, ist nicht ganz so einfach“, lobte Wolfgang Maier.

Kleiner Wermutstropfen: Wie bei seinem Sieg am Sonnabend landete Hirscher auch im Slalom vor Neureuther. In dieser Disziplin will der Deutsche den Dauerrivalen endlich hinter sich lassen. Im ersten Durchgang war der Gesamtweltcupsieger nur Achter mit Rückstand auf Neureuther – zog dann aber doch vorbei. So verpasste es der DSV-Routinier, sich ein Polster im Slalom-Weltcup herauszufahren. Doch daran wollten weder Maier noch Bundestrainer Mathias Berthold denken. „Wir haben viele Trainingstage verloren“, betonte der Coach mit Blick auf Neureuthers Rückenprobleme aus der Vorsaison. Mehr zu erwarten, sei jetzt unrealistisch.

Neureuther will nun schon bei den Technik-Rennen in den Dolomiten ein Stückchen weiter sein. „Ich weiß, dass ich noch Reserven habe. Ich freue mich, dass es gleich weitergeht“, sagte er vor den Rennen in Alta Badia und dem Flutlicht-Slalom in Madonna di Campiglio. Dass der erstmals ausgefahrene Parallel-Riesenslalom in Alta Badia am Abend zuvor und nicht zu einem anderen Zeitpunkt stattfindet, ärgerte Neureuther: „So ein Nachtrennen ist brutaler Stress für uns. Die, die das nicht fahren, sondern nur den Slalom, die sind schon im Vorteil.“