Berlin

BR Volleys zittern sich ins Pokalendspiel

Dramatik pur: Berliner setzen sich mit 3:2 gegen die United Volleys durch

Berlin.  – Am Ende waren die BR Volleys vor allem erleichtert. Nach fünf Sätzen war es ihnen endlich gelungen, die United Volleys im Pokal-Halbfinale zu bezwingen. 3:2 (25:20, 19:25, 25:23, 22:25, 15:11) gewannen sie gegen den Aufsteiger aus Rüsselsheim, der seit Wochen die Bundesliga aufmischt und stehen damit im Pokalfinale. „Ich bin so froh, der Druck war einfach so hoch“, sagte Libero Erik Shoji.

„Ich bin stinksauer“, sagte hingegen Volleys-Manager Kaweh Niroomand. Denn die 3382 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle sahen zunächst nervöse Berliner und einen mutigen Aufsteiger, dem es durch geschickte taktische Maßnahmen gelang, die BR Volleys aus dem Konzept zu bringen. Die United Volleys spielten alle ihre Aufschläge in Richtung von Hauptangreifer Robert Kromm, der auch prompt in der Annahme wackelte, was auch seine Nebenspieler zu verunsichern schien.

Nach der ersten technischen Auszeit beim Stande von 7:8 hatten die Berliner aber ihr Selbstbewusstsein wiedergefunden, setzten sich auch dank ihrer eigenen starken Aufschläge 16:11 ab und gaben den Vorsprung bis zum Satzende nicht mehr aus der Hand.

„Ich wusste aber, dass die United Volleys noch einmal kommen werden“, sagte Shoji. Und so war es auch. Angeführt von dem erst 19 Jahre alten Jannis Hopt, den United-Trainer Michael Warm bei Stand von 5:4 im zweiten Satz für den verletzten Zuspieler Jan Zimmermann einwechseln musste, gelang den Gästen der Ausgleich.

Hopt, der bereits 2014 im erweiterten Kader der Nationalmannschaft stand, leitete seine Mannschaft mit einer für sein Alter ungewöhnlichen Abgeklärtheit durchs Spiel. Aber auch Volleys-Trainer Roberto Serniotti bewies ein Händchen für Wechsel. Im dritten Satz brachte er mit der Einwechslung von Sebastian Kühner Schwung in die Partie, den er am Ende des vierten Durchgangs aber wieder vom Feld nahm. „Serniotti hat überragend gecoacht“, sagte Niroomand. „Der Rückwechsel des Zuspielers war mutig, aber er hat funktioniert.“

Im letzten Satz holten die Berliner ein 1:5 auf

Mit ein bisschen mehr Abgeklärtheit hätte der Außenseiter auch eine Überraschung schaffen können. Dementsprechend war Niroomand mit dem Team nicht so zufrieden. „So viel Respekt und so viele Eigenfehler habe ich bei uns schon lange nicht mehr gesehen“, sagte er. Im fünften Satz sah es fast so aus, als sollten die Berliner ihren Pokalfluch nicht mehr ablegen können, dann aber holten sie einen 1:5-Rückstand auf und freuten sich am Ende ausgelassen über ihren ersten Finaleinzug seit 2014.

Im Finale am 28. Februar treffen sie in Mannheim auf den TV Bühl, der sich am Mittwoch gegen den Vorjahreszweiten Lüneburg durchsetzen konnte. Die Chancen für den ersten Titelgewinn seit 2000 könnten kaum besser sein für die BR Volleys, denn in der Liga gewannen sie gegen Bühl 3:0.