Hochfilzen –

Zurück in der Spur

Biathlon-Aufsteigerin Dahlmeier steigt mit Verspätung in den Weltcup ein

Hochfilzen. Laura Dahlmeier erinnert sich gern an ihre Klettertour mit Miriam Gössner auf das berühmt-berüchtigte Matterhorn. „Das war eine supercoole Erfahrung und hat total viel Spaß gemacht. Es war mein Traum“, schwärmt die Vize-Weltmeisterin in der Verfolgung über das gemeinsame Sommer-Abenteuer in der Schweiz, bei dem auch zwei Bergführer dabei waren. „Wir haben da kein Wettrennen gemacht oder sonst irgendwas“, erzählt Dahlmeier. „Sicherheit geht da ganz klar vor.“

Ihrer Biathlon-Kollegin gelang bereits in Östersund ein vielversprechender Neuanfang, Dahlmeier musste in Schweden noch krankheitsbedingt passen. In Hochfilzen, im Weltcup-Sprint an diesem Freitag (11.30 Uhr, ARD und Eurosport), kehrt sie zurück ins Team. „Bis zur deutschen Meisterschaft im September lief die Vorbereitung für mich eigentlich richtig gut. Leider konnte ich dann aber wegen eines langwierigen Infekts nicht mehr wirklich viel trainieren“, berichtete die 22-Jährige.

Eine nicht optimale Vorbereitung gehört scheinbar dazu. Im Vorjahr verletzte sich die Partenkirchnerin beim Klettern. „Das war eine leichte Tour, ich kann mir nicht vorwerfen, dass ich zu leichtsinnig war“, sagt sie. Erst kurz vor Weihnachten in Pokljuka stieg Dahlmeier in den Wettkampf-Zirkus ein - am Ende standen zwei Weltcup-Siege, WM-Silber und Staffel-Gold in ihrer Bilanz.

„Die letzte Saison war wirklich der Wahnsinn, es war mit Abstand die beste Saison bisher“, sagt eine der besten Schützinnen im Biathlon. „Natürlich möchte ich da jetzt anschließen.“ Doch viel wichtiger ist ihr die Weltmeisterschaft im März in Oslo. „Da will ich fit sein, da will ich wieder meine Bestleistung abrufen.“

Das Klettern im Sommer gehört da zur Vorbereitung dazu. „Berge sind meine Leidenschaft.“ Vor allem hat sie Spaß an ihrem Hobby, aber „ich glaube trotzdem, dass es ein ganz gutes Training ist, um sich voll zu konzentrieren. Das braucht man am Schießstand auch, man muss drum herum alles ausblenden.“

Wenn ihr das schon in Hochfilzen gelingen sollte, ist mit Dahlmeier zu rechnen – auch wenn sie selbst die Euphorie bremst. „Um ganz vorne mitzumischen, muss man wirklich bei 100 Prozent sein. Ob ich das aktuell schon bin, das wird man sehen“, sagte sie am Donnerstag. Am vergangenen Wochenende gewann Dahlmeier immerhin schon einen Langlauf über fünf Kilometer. „Mal schauen, wie es jetzt in Hochfilzen sein wird, über eine längere Distanz und mit dem Gewehr auf dem Rücken. Ich hoffe, die Kraft reicht für zwei gute Rennen. Ich mache mir da keinen zu großen Druck.“ Ähnlich gelassen geht auch Gössner an den Start, Vorbild ist dabei ihr Freund, der alpine Skirennfahrer Felix Neureuther. ,„Der Felix hat schwere Zeiten durchmachen müssen, das hat ihn zu der Person gemacht, die er ist. Scheißegal, was ist: Er sagt: Ich bin trotzdem gut. Und das ist bewundernswert“, erzählte Gössner. Beim Comeback nach ihrer schweren Rückenverletzung war sie in Östersund in der Verfolgung bereits auf Platz elf gelaufen.