Frankfurt –

Hässliches Hessen-Derby

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Frankfurt-Fans verbrennen Darmstädter Fahnen. Der Aufsteiger siegt 1:0

Frankfurt.  Nach der 0:1-Niederlage gegen Darmstadt 98 saß der Frust beim Anhang von Eintracht Frankfurt tief. Viele hatten schon vor dem Schlusspfiff in der Eintracht-Kurve Banner und Schals in Lilien-Farben verbrannt. Nach dem Abpfiff liefen Ultras auf den Platz in Richtung Darmstadt-Block. Nach dem Aufmarschieren einiger Hundertschaften der Polizei zogen sich die so genannten Fans jedoch zurück. Währenddessen diskutierten etwa 80 Eintracht-Anhänger an den Werbebannern neben dem Tor mit den Spielern. Etliche waren vermummt.

Der Gang der Profis vor die Kurve dürfte eine deeskalierende Wirkung auf die Chaoten gehabt haben. Trainer Armin Veh beschwichtigte: „Im Endeffekt ist ja nichts passiert. Ich kann ein paar Dinge nachvollziehen, aber nicht gutheißen.“ Eintracht-Präsident Peter Fischer sagte: „Wenn man eine solche Fankurve, eine solche Fankultur hat, für die wir uns häufig genug selbst feiern, dann verstehe ich, dass dort nach so einem Spiel einiges an Frust und Leidenschaft ein Ventil braucht.“ Das seien Ventile, „die muss man nicht verstehen, die muss man aber ein Stück weit akzeptieren“. Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt, kritisierte den eigenen Anhang: „Ich kann mich nur entschuldigen. Das ist nicht fußballlike. Es gibt andere Wege, seine Enttäuschung zu zeigen.“

Sportlich sorgt Darmstadt 98 weiter für Furore. Der Aufsteiger gewann das erste Duell der Klubs seit 34 Jahren. Für die Lilien bedeutete dieser Sieg das nächste Highlight nach ihrem Durchmarsch von der Dritten in die erste Liga. Das Tor köpfte Kapitän Aytac Sulu (30.). Gegen die Eintracht hatte Darmstadt bislang nur einmal vor 36 Jahren gewinnen können und liegt nun vier Zähler vor der SGE, deren Abstiegssorgen noch größer geworden sind.

Beide Mannschaften gingen physisch äußerst engagiert ans Werk. Darmstadt muss in seiner nächsten Partie am Sonnabend gegen Hertha BSC auf Peter Niemeyer verzichten. Der ehemalige Hertha-Kapitän, im Sommer zum Aufsteiger gewechselt, kassierte in Frankfurt seine fünfte ­Gelbe Karte. Mit Sandro Wagner und Fabian Holland hat 98 aber zwei weitere Herthaner in seinen Reihen.

( BM )