Champions League

„Zlatan ist viel größer als im Fernsehen“

Triumphaler Abend für Zlatan Ibrahimovic von Paris St. Germain bei der Rückkehr zu seinem Heimatverein Malmö FF

Zlatan Ibrahimvic mit den Sondertrikots von Paris St. Germain in der Partie bei Malmö FF

Zlatan Ibrahimvic mit den Sondertrikots von Paris St. Germain in der Partie bei Malmö FF

Foto: Andreas Hillergren / dpa

Malmö.  Die kleine Bianca war auf­geregt. Da stand sie nun mit Zlatan Ibrahimovic, sie hielt die Hand des schwedischen Superstars, weil sie gleich mit ihm aufs Spielfeld laufen sollte - und dann sprach der große Zlatan sie noch an. „Er hat mich gefragt, ob ich nervös bin“, erzählte die Achtjährige, „ich habe ja ­gesagt“. Und Ibrahimovic? „Er hat gesagt, er sei auch nervös.“ Dann gingen sie hinaus auf den Rasen, Hand in Hand.

Zlatan Ibrahimovic hat in seiner Karriere viel erlebt - aber so etwas noch nicht. Der 34 Jahre alte Schwede von Paris St. Germain spielte in der Champions League - in der Stadt, in der er aufgewachsen ist, gegen den Verein, der ihn groß gemacht hat, in dem Stadion, das es ohne die Ablöse für ihn nicht gäbe. „Das war das i-Tüpfelchen. Ich habe so viel mitgemacht, und jetzt auch noch das“, sagte Ibrahimovic.

Gruppen-Zweiter hinter Real Madrid

Das Spiel von Paris St. Germain bei Malmö FF endete 5:0 (2:0), die Franzosen qualifizierten sich damit als Gruppenzweiter hinter Real Madrid fürs ­Achtelfinale. Ibrahimovic erzielte den dritten Treffer (50.). „Das Tor ist mir egal“, sagte Ibrahimovic.

Er wird in Schweden, besonders aber in Malmö mehr als nur ein Volksheld ist. Die Fans verehren ihn. Als Ibrahimovic in der 85. Minute den Platz verließ, erhob sich das Publikum zu Standing Ovations. „Ich bekam eine Gänsehaut“, sagte Ibrahimovic. „Es war ein magischer Moment. Es fühlte sich an, wie zu Hause zu sein.“ Insgesamt sei es ein „fantastischer“ Abend gewesen und „verdammt cool, vor diesem Publikum zu spielen“. Wenn schon die örtliche Fotbollsförening nicht habe mithalten können, so hätten sich zumindest deren Anhänger „auf unserem Niveau“ bewegt.

Der Superstar bezahlt das Public Viewing

Ibrahimovic sprach’s und entschwand in die Kabine, wo er den Erfolg mit seinen Söhnen Maximilian und Vincent feierte. Über seine persönliche App schickte er beste Grüße an die 9000 Unbeirrbaren, die die Demontage ihres Klubs auf dem von Ibrahimovic persönlich angemieteten Großmarkt im Zentrum auf Europas größter Videoleinwand verfolgt hatten. „Ich wünschte, ich hätte bei euch sein können“, sagte der 1,92-m-Recke. Dann hätten vielleicht alle gesehen, was der ­kleinen Bianca aufgefallen war: „Er ist viel größer als im Fernsehen.“