London –

Vettel siegt als erster Deutscher beim Race of Champions

Vierfach-Weltmeister vermisst seinen Freund Schumacher

London. Für einen Moment wurde Sebastian Vettel sehr nachdenklich. Inmitten von Jubel, Trubel, Heiterkeit beim großen Motorsport-Fest Race of Champions, das der Heppenheimer in vollen Zügen genoss und am Ende sogar gewann, dachte er an Michael Schumacher. „Er ist ein guter Freund, ein Freund, der jetzt hier fehlt“, sagte Vettel – und sprach damit der versammelten Elite des Rennsports aus der Seele.

Gemeinsam hatten Vettel, Nico Hülkenberg, Pascal Wehrlein, Susie Wolff, Jenson Button, Felipe Massa und die anderen Stars aus dem Londoner Olympiastadion Genesungswünsche an den Formel-1-Rekordweltmeister geschickt, der sich nach seinem schweren Skiunfall weiter in der Rehabilitation in seinem Schweizer Haus befindet. „Wir vermissen dich Michael, werde schnell wieder gesund“, stand auf englisch auf dem im Innenraum präsentierten Plakat.

Genesungswünsche für den verunglückten Rekordweltmeister

„Uns allen geht es ähnlich. Die meisten Jahre, die ich hier hatte, verbinde ich mit Michael“, sagte Vettel: „Es ist schade, dass er nicht dabei sein kann. In solchen Momenten fällt es uns allen schwer. Wir wissen, dass er kämpft, wir wissen, dass es ihm nicht gut geht, und wir wünschen ihm natürlich alles Gute.“

Trotz des Spaßes, den die Fahrer rund um das Event hatten, war die Genesung von Schumacher ein Thema. „Es ist generell ein schwieriges Thema, aber klar, ich denke, dass fast jeder hier ihn persönlich kennt“, sagte Vettel.

Der 28-Jährige hatte zusammen mit Schumacher von 2007 bis 2012 sechsmal in Serie den Nationencup beim Treffen einiger der weltbesten Rennfahrer verschiedener Kategorien wie Formel 1, Tourenwagen oder Rallye gewonnen. In diesem Jahr war Vettel gemeinsam mit Le-Mans-Gewinner Hülkenberg erst im Finale nach drei Läufen mit 1:2 an den britischen Lokalmatadoren Jason Plato/Andy Priaulx gescheitert.

Dafür triumphierte Vettel als erster Deutscher überhaupt in der Einzelwertung - und freute sich diebisch über den Coup. „Ich habe es so oft versucht, deshalb war es heute doch eine Überraschung. Ich bin sehr glücklich“, sagte Vettel, der schnell seinen Rhythmus auf der engen Strecke und den unterschiedlichen Fahrzeugtypen gefunden hatte.

Der viermalige Formel-1-Weltmeister war vor dem Finale gegen den neunmaligen Le-Mans-Gewinner Tom Kristensen aus Dänemark „schon ein bisschen nervös“, setzte sich aber dann doch glatt mit 2:0 in zwei Läufen durch. Die Champagner-Dusche bei der Siegerehrung fiel dafür umso heftiger aus.