London

Djokovic macht Geburtstagskind Boris Becker selig

Der Serbe gewinnt zum vierten Mal hintereinander ATP-Finale

London.  Dank einer bärenstarken Vorstellung hat Novak Djokovic beim ATP-Saisonfinale Tennis-Geschichte geschrieben und seinem Trainer Boris Becker den 48. Geburtstag versüßt. Im Traumfinale von London setzte sich der Weltranglistenerste aus Serbien gegen Roger Federer 6:3, 6:4 durch, triumphierte als erster Spieler überhaupt zum vierten Mal in Folge beim Abschlussturnier der acht besten Tennisprofis des Jahres und krönte so seine herausragende Saison. Nach 1:20 Stunden verwandelte der 28-Jährige in der O2-Arena seinen zweiten Matchball gegen den Rekordchampion aus der Schweiz und fiel der deutschen Tennis-Ikone Becker an dessen Ehrentag in die Arme. Drei Grand-Slam-Titel (Australian Open, Wimbledon, US Open), sechs Triumphe bei Masters-Turnieren – Djokovic ist derzeit Alleinherrscher im Tenniszirkus.

„Ich bin sehr stolz auf meine Erfolge. Ich genieße jeden Moment auf dem Court, besonders bei Turnieren wie diesen. Ich hoffe Roger und ich haben nächste Saison noch viele Duelle“, sagte Djokovic, nachdem er im blau-weißen Konfettiregen die Silbertrophäe in Empfang genommen hatte und gratulierte seinem Coach mit einem „Happy Birthday, Boris!“ Federer zeigte sich wie gewohnt als absoluter Sportsmann: „Es ist nie schön zu verlieren. Ich bin aber zufrieden mit meinem Jahr, ich habe auch hier gut gespielt, aber Novak war heute einfach besser. Er hat verdient gewonnen, er hat ein unglaubliches Jahr.“

Inklusive des Erfolges beim Masters Cup 2008 in Shanghai war es für den „Djoker“ der insgesamt fünfte Triumph beim ATP-Saisonfinale. Damit zog er in der Siegerliste mit Pete Sampras und Ivan Lendl (beide USA) gleich. Grand-Slam-Rekordsieger Federer verpasste seinen siebten Erfolg beim Saisonfinale.

Im ersten Durchgang nahm Djokovic seinem sechs Jahre älteren Kontrahenten gleich das zweite Aufschlagspiel ab. Der Serbe leistete sich zwar hier und da ungewohnte kleinere Fehler, behielt insgesamt aber die Kontrolle gegen den Altmeister, der im Service schwächelte und zudem im zweiten und sechsten Spiel jeweils einen Breakball ungenutzt ließ. Djokovic trieb Federer immer wieder mit seinem starken Spiel von der Grundlinie vor sich her. Im zweiten Satz fand Federer mit der lautstarken Unterstützung des Publikums im Rücken deutlich besser in die Partie. Er verbuchte beeindruckende Punkte, denen aber immer wieder ungewohnte Fehler folgten. Insgesamt 27 „unforced errors“ unterliefen dem Schweizer, ein Doppelfehler Federers besiegelte schließlich das Sahnehäubchen auf Novak Djokovic’ Super-Saison.