Wuppertal –

Biedermann und Koch sind bereit für die EM in Israel

Wuppertal. Weltmeister Marco Koch war „ein bisschen müde“, Weltrekordler Paul Biedermann zog im Schlussspurt auf und davon: Die deutschen Vorzeigeschwimmer haben zum Abschluss der Kurzbahn-DM in Wuppertal ihre Ausnahmestellung bestätigt und Ansprüche auf EM-Medaillen angemeldet. „Ich hatte gehofft, dass es ein bisschen schneller wird“, sagte Koch nach seinem souveränen Sieg auf seiner Goldstrecke 200 Meter Brust in 2:02,49 Minuten. Zusammen mit Biedermann, der über 400 Meter Freistil in 3:38,95 Minuten seinen 43. Meistertitel gewann, führt Koch die deutsche Mannschaft für die EM in Israel (2. bis 6. Dezember) an. Das Duo und die Kurzbahn-WM-Dritte Franziska Hentke, die über 200 Meter Schmetterling nur um vier Zehntelsekunden über ihrem deutschen Rekord blieb, sollen in Netanja Edelmetall holen. Das hofft Bundestrainer Henning Lambertz.

Biedermann ließ in seinem letzten Rennen bei einer Kurzbahn-DM seinem acht Jahre jüngeren Konkurrenten Florian Vogel keine Chance. „Ich wollte noch mal meine Stärken ausspielen“, sagte der 29-Jährige, der auf den letzten 50 Metern vorbeizog. Der Doppel-Weltmeister von 2009 sagte nach dem Sieg auch seine EM-Teilnahme zu: „Warum nicht?“ Etwa 25 Schwimmer soll das DSV-Team in Israel umfassen, obwohl mehrere Athleten wegen der erhöhten Terrorgefahr nach den Anschlägen in Paris nicht mitfliegen. „Jede Absage wird akzeptiert“, betonte Lambertz.

Der Bundestrainer selbst denkt auch darüber nach, zu Hause zu bleiben: „Ich habe schon Bauchschmerzen. Wenn es nicht nötig ist, muss ich nicht mitfahren.“ Diagnostik-Bundestrainer Frank Lamodke und fünf Heimtrainer sollen die Mannschaft vor Ort betreuen. Die Normen erfüllten in Wuppertal insgesamt 29 Schwimmer. Für Koch ist die EM eine willkommene Abwechslung auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Rio. „Die nächsten Monate sind lang genug mit hartem Training“, sagte der Weltmeister, der die DM mit deutschem Rekord über 400 Meter Lagen begonnen hatte: „Und man sieht, woran man noch gezielt arbeiten muss.“