Berlin –

Berliner Schubert überragt beim deutschen WM-Sieg

Berlin.  Am Ende war der Jubel grenzenlos – und es wurde richtig gefeiert. Zu Recht. Und mittendrin der Berliner Lukas Schubert. Der 28-jährige Student vom Verein für Körperkultur 1901 aus Charlottenburg gehörte zu jenen zehn deutschen Faustballern, die am Sonnabend mit einem 4:0-Finalsieg gegen die Schweiz vor 1800 Zuschauern in Villa General Belgrano (Argentinien) ihren WM-Titel von 2011 verteidigt hatten.

Im Turnier setzten sie neue Maßstäbe in der Sportart Faustball, gern auch etwas abschätzig mit „Ball über die Leine“ beschrieben. Wobei diese komplexe Sportart hohe Anforderungen an Taktik, Tempo, Schlaghärte, Kondition und Vorausdenken von Spielzügen stellt. Die Deutschen bringen all diese Voraussetzungen mit. Seit 1968 gibt es Weltmeisterschaften bei den Männern. In der
14. Auflage siegte Deutschland nun zum elften Mal.

Dafür benötigte das Team acht Spiele, alle wurden ohne Satzverlust gewonnen. Sieben Mal mit 3:0, einmal – im Finale – mit 4:0. Die Einzelresultate der Spielabschnitte gegen die Schweiz belegen die Überlegenheit: 11:5, 11:2, 11:4 und 11:8. Einer der Besten war der in der Startformation aufgebotene Lukas Schubert, 27, der vor allem in der Defensive eine Ausnahmeleistung bot. Nach der Partie gab es von allen Seiten großes Lob für eine „unfassbare Leistung“ (Bundestrainer Olaf Neuenfeld). Der Schweizer Coach Oliver Lang sagte, er habe „noch nie so eine starke Mannschaft gesehen“. Deutschland sei auf allen Positionen stärker gewesen.

Auch die Weltmeister selbst schienen nach dem Match fast ein wenig ungläubig. Nachdem zwischen 1999 und 2007 (Brasilien 1999/2003, Österreich 2007) Deutschland nur dreimal den Titel verpasste, beherrscht man seit dem Sieg bei der Weltmeisterschaft 2011 wieder souverän die internationale Szene und hat alle möglichen Titel (WM, EM, World Games) gewonnen. Immer dabei: der Berliner Lukas Schubert. „Die Mischung hat diese Mannschaft ausgemacht, jeder hat für den anderen gearbeitet“, bilanzierte Nationaltrainer Neuenfeld zufrieden.