Terror

Angst vor Anschlag: Schwimmer meiden EM-Trip nach Israel

An der Kurzbahn-EM in Netanya wollen nur wenige Deutsche teilnehmen. Dabei ist gar nicht sicher, ob sie überhaupt stattfindet.

Ausnahme: Paul Biedermann ist einer der wenigen deutschen Schwimmer, die in Netanya starten wollen

Ausnahme: Paul Biedermann ist einer der wenigen deutschen Schwimmer, die in Netanya starten wollen

Foto: Martin Schutt / dpa

Wuppertal.  Paul Biedermann macht sich „keine Sorgen“, Marco Koch will sich keine „Angst machen lassen“: Die beiden deutschen Topschwimmer wollen trotz Terrorgefahr nach den Anschlägen von Paris bei der Kurzbahn-EM in Israel in zwei Wochen starten. Sportlich haben sie die Qualifikation geschafft.

Weltmeister Koch siegte bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Wuppertal nach den 400 Meter Lagen am Freitag auch über die 100 Meter Brust. Biedermann verteidigte seinen deutschen Meistertitel über 200 Meter Freistil erfolgreich und sicherte sich ebenso das Ticket für die Kurzbahn-EM in Israel. Dorthin wollen die meisten ihrer Teamkollegen trotz sportlicher Qualifikation jedoch nicht. Sie bleiben lieber zu Hause.

„Das Risiko ist mir zu groß“, sagte die WM-Dritte Alexandra Wenk bei der Kurzbahn-DM in Wuppertal. Die WM-Staffeldritte spricht für die Mehrheit: Bei einer Umfrage des Athletensprechers Hendrik Feldwehr erklärten 13 von 25 Olympia-Kandidaten, dass sie wegen Sicherheitsbedenken nicht in Netanya (2. bis 6. Dezember) an den Start gehen wollen. Und selbst der Bundestrainer hat große Bedenken.

Bundestrainer fliegt eventuell nicht mit

„Ich bin nicht erfreut bei dem Gedanken, dass wir dahin fahren“, sagte Henning Lambertz. Ob er selbst mitfliegt, will Lambertz auch von der Größe des EM-Teams abhängig machen. „Wenn’s am Ende eine Truppe von drei Athleten ist, dann könnte man auch zwei Heimtrainer und einen Physiotherapeuten mitschicken, und gut wär’s.“

Der DSV ist mit dem Auswärtigen Amt in Kontakt und will auch eine Empfehlung der Botschaft in Tel Aviv einholen. Nachdem die Wada Israels Anti-Doping-Agentur für nicht regelkonform erklärt hat, ist zudem unklar, ob die EM überhaupt stattfinden kann.