Sport

Niersbach verschwieg belastendes Dokument

Neue Details in der Affäre um die WM 2006 werfen ein schlechtes Licht auf den zurückgetretenen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach und und erstmals auch auf dessen Generalsekretär Helmut Sandrock. Laut „Süddeutscher Zeitung“ soll Niersbach schon seit Wochen der von Franz Beckenbauer unterschriebene Vertragsentwurf bekannt sein, der einen versuchten Stimmenkauf unmittelbar vor der Vergabe der WM 2006 dokumentiert. Das Präsidium soll Niersbach darüber nicht informiert haben, auch während seiner missratenen Pressekonferenz am 22. Oktober erwähnte er das Dokument nicht. Zudem beweise Vermerke und Aufzeichnungen inzwischen, dass die Spitze des WM-Organisationskomitees bereits Anfang 2003 vom Darlehen (6,7 Millionen Euro) des früheren Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus wusste.

Beim Treffen der neuen Spitze am Freitagvormittag in Paris wird die Richtung für das weitere Vorgehen bei der Aufarbeitung vorgegeben. Auch über Kandidaten für Niersbach Nachfolge wird beraten. Als Favoriten gelten Reinhard Grindel und Rainer Koch.