Zenica –

„Hölle von Zenica“ soll Ibisevic und Bosnien helfen

Hertha-Stürmer will seine Mannschaft zur EM schießen

Zenica.  Die „Hölle von Zenica“ soll es wieder richten: Mit den fanatischen Fans in dem engen, eigentlich viel zu kleinen Stadion im Rücken will Bosnien-HerzegowinaS Fußballteam Geschichte schreiben. „Wir haben dort viele Erfolge gefeiert. Das soll Glück bringen“, sagte Vedad Ibisevic von Hertha BSC vor dem Play-off-Hinspiel am Freitag gegen Irland. Zwei Jahre nach der erstmaligen Qualifikation für eine WM kann sich das kleine Land nun auch den Traum von einer EM-Teilnahme erfüllen. „Wir wollen wieder Geschichte schreiben“, sagte Ibisevic vor der Begegnung im mit 18.000 Zuschauern restlos ausverkauften Stadion „Bilino Polje“. Das mehr als doppelt so große Olympiastadion in der 70 Kilometer entfernten Hauptstadt Sarajevo bleibt wieder einmal ungenutzt.

Auf Ibisevic werden in Zenica die größten Hoffnungen ruhen. Der 31-Jährige hatte die „Drachen“ schon 2013 mit seinem Tor zum 1:0-Sieg in Litauen zur WM geschossen, nun soll er dieses Kunststück wiederholen. „Vedad ist für uns mit seiner Erfahrung von enormer Bedeutung“, sagte Mehmed Bazdarevic, der als Nationaltrainer seit Dezember 2014 im Amt ist.

Dort ist Bosnien so etwas wie ein Stammgast: Auch vor der WM 2010 und der EM 2012 musste das Team in die Entscheidungsspiele, in beiden Fällen war gegen Portugal Endstation. Nun soll mit Bosniens „goldener Generation“ (Ibisevic) endlich der große Coup gelingen. „Wir sind die Herren unseres Schicksals“, sagt Bazdarevic. Helfen soll wie so häufig in den vergangenen Jahren geballte Erfahrung aus der Bundesliga. Neben Ibisevic gehören auch Emir Spahic (HSV), Sead Kolasinac (Schalke), Toni Sunjic (Stuttgart), Ermin Bicakcic (Hoffenheim) und Mensur Mujdza (Freiburg) zum Aufgebot. Geleitet wird die Partie passenderweise von Deutschlands Schiedsrichter des Jahres, Felix Brych.

Ungarn gewinnt das Hinspielin Norwegen mit 1:0

Derweil dürfen Ungarns Fußballer von ihrer ersten EM-Teilnahme nach 44 Jahren träumen. Die vom deutschen Duo Bernd Storck und Andreas Möller trainierte Auswahl gewann das Play-off-Hinspiel gegen Norwegen am Donnerstagabend in Oslo mit 1:0 (1:0). Damit reicht den Magyaren am Sonntag in Budapest bereits ein Remis, um im kommenden Jahr erstmals seit 1972 wieder bei einer EM dabei zu sein.