Mönchengladbach

Buffon und die Latte stehen Gladbach im Weg

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Andreas Morbach

Borussia ist nach 1:1 gegen Juventus Turin ausgeschieden aus der Champions League

Mönchengladbach.  Der Scherz eines italienischen Journalisten vom Vortag schaffte es bis in den Borussia-Park. Der gute Mann hatte Gladbachs Chefcoach wegen dessen Siegesserie in der Bundesliga mit einem berühmten Zauberknaben verglichen. „Unser Trainer heißt nicht Harry Potter“, stellte nun Borussias Stadionsprecher vor der Partie gegen Vorjahresfinalist Juventus Turin klar, „sondern André Schubert.“ Man muss zugeben: In der Champions League wirken die Kräfte des 44-Jährigen bisher auch nur in Maßen. Im vierten Gruppenspiel gelang den Niederrheinischen wieder kein Sieg, beim 1:1 (1:1) gegen Turin gab es immerhin den zweiten Punkt. Aber das Achtelfinale haben sie damit verpasst.

Mit sechs Liga-Siegen in Serie hatten sich die Gladbacher auf den Besuch des italienischen Meisters eingestimmt – einige recht forsch wie Linksverteidiger Oscar Wendt, der sagte: „Ich bin überzeugt, dass wir jedes Spiel gewinnen können.“ Einer gewissen Logik wäre das gefolgt, worauf Sportdirektor Max Eberl hinwies: „Gegen Manchester City haben wir in der Champions League das erste Tor geschossen, dann in Turin den ersten Punkt geholt. Die logische Folge wäre der erste Sieg.“

Dazu reichte es nicht. Das Team von jenseits der Alpen erstickte das Kombinationsspiel der Schubert-Elf zu oft im Keim. Meist fanden die Gladbacher kaum Wege, um den Ball sinnvoll weiterzuleiten. Stattdessen bekam Turins Linksverteidiger Patrice Evra schon nach 110 Sekunden erstmals Gelegenheit, Keeper Yann Sommer aufzuschrecken, setzte seinen Schuss mit dem linken Außenrist aber zu hoch an.

Nach und nach befreiten sich die Hausherren. Mit einem Lattenkracher aus halbrechter Position entsandte Mahmoud Dahoud das erste Warnzeichen, in der 18. Minute folgte ein echtes Ausrufezeichen. Nach einem Patzer von Juves Abwehrchef Giorgio Chiellini reagierte Raffael, bediente Fabian Johnson – und der US-Nationalspieler bezwang Gianluigi Buffon mit einem überlegten Flachschuss ins linke Eck.

Ein Gegner vom Schlage der Italiener verfällt dadurch aber nicht in Panik, sondern bewahrt Ruhe. Die Borussen dagegen brachten sich mit ungenauen Abspielen in der Offensive um einige gute Torchancen, versuchten ihr Glück vorrangig mit Fernschüssen. Gegen Ende der ersten Hälfte kam Turin wieder auf. Bei einem Kopfball von Evra verhinderte Sommer noch den Ausgleich (39.). Fünf Minuten später lag der Ball aber doch im Tor: Mit einem genialen Lupfer über die Borussen-Abwehr hinweg setzte Paul Pogba, der zuletzt mit Bayern München in Verbindung gebracht wurde, den Kollegen Stephan Lichtsteiner in Szene, der volley zum 1:1 traf.

Mit Oberwasser kamen die Italiener also wieder aus der Kabine, dezimierten sich mit dem – etwas zu harten – Platzverweis gegen Hernanes nach einem Foul an Johnson nach 53 Minuten aber selbst. In Überzahl drängte Gladbach nach gut einer Stunde auf die erneute Führung, doch Johnson, Granit Xhaka, noch einmal Johnson und Lars Stindl verpassten das 2:1. Thorgan Hazard scheiterte in der 89. Minute erneut an der Latte. Aber meistens fanden die Borussen ihren Meister in Torwart-Ikone Gianluigi Buffon. „Wir sind enttäuscht“, sagte Ibrahima Traoré, „wir haben ein Klasse-Spiel gemacht. Wir wollten gewinnen und haben alles dafür gemacht. Aber es blieb nur ein Punkt.“ Und die Hoffnung, mit einem Sieg gegen den FC Sevilla am 25. November vielleicht wenigstens den Einzug in die Europa League zu schaffen.