Berlin

Volle Kraft voraus

Die Eisbären müssen in der Champions League gegen Topteam Skelleftea über sich hinauswachsen

Berlin.  Im Wellblechpalast ist eigentlich nur noch Training vorgesehen. Mittlerweile häufen sich die Spiele des EHC Eisbären dort aber fast schon. Anfang März mussten die Berliner für das Pre-Play-off der Deutschen Eishockey Liga (DEL) für eine Partie dorthin ausweichen. Am Dienstag sorgt die Champions Hockey League (CHL) für Wettkampfatmosphäre in der alten Arena, weil die neue in Friedrichshain belegt ist. Ein Glück, wenn es nach Stürmer Florian Busch geht. „Der Welli ist mein Ding. Da spiele ich einfach am liebsten“, sagt er. Die Partie im März, die erste dort in der DEL seit 2008, verpasste er wegen einer Verletzung, jetzt ist Busch rechtzeitig wieder fit geworden, um mitzumachen gegen Skelleftea AIK (19 Uhr).

Da die CHL bei den Fans noch nicht so angekommen ist, wie sich die Verantwortlichen das wünschen, würde die alte Halle im Sportforum mit ihren 4695 Plätzen gemessen an den 4000 Zuschauern im Hinspiel der ersten K.o.-Runde gegen Stavanger sogar ausreichen. Für die Entwicklung der kontinentalen Liga in Deutschland bedeutet es trotzdem eher einen Schritt in die falsche Richtung. Zumal die Berliner der einzige von sechs verbliebenen deutschen Startern sind. Insofern liegt eine ganz spezielle Verantwortung auf dem EHC, dessen Manager Peter John Lee seit Jahren für die Aufwertung der kontinentalen Vergleiche im Eishockey kämpft.

Ein Einzug in das Viertelfinale würde der Akzeptanz hierzulande sicher zuträglich sein, doch der Gegner im Achtelfinale hat es in sich. In den vergangenen fünf Jahren stand Skelleftea jeweils im schwedischen Meisterfinale, gewann 2013 und 2014 den Titel. „Das ist eine der besten Eishockey-Mannschaften in Europa, wie alle schwedischen Teams sind sie technisch stark und läuferisch sehr gut“, sagt EHC-Kapitän André Rankel, der seine Teilnahme am Deutschland Cup am Wochenende verletzungsbedingt absagte. Aktuell belegt das Team, das unweit des nördlichen Polarkreises beheimatet ist und sich zuvor gegen Kosice/Slowakei durchsetzte, in der schwedischen Liga Rang zwei, ebenso wie die Berliner in der DEL Zweiter sind nach dem 0:4 gegen Krefeld.

In ihren starken Jahren gelang es den Eisbären öfter, europäische Spitzenklubs zu bezwingen. Oulu/Finnland und Magnitogorsk/Russland schlugen die Berliner 2008, zwei Jahre später gewannen sie die European Trophy. Zwar zeigt die Leistungskurve der Eisbären nach zwei schwachen Jahren wieder nach oben, so stark wie damals dürften sie im internationalen Vergleich aber kaum wieder sein. „Wir wissen, dass wir uns warm anziehen müssen“, sagt Trainer Uwe Krupp. Und er verspricht: „Wir werden auf allen Zylindern pumpen.“

Daheim müssen sich die Eisbären eine gute Basis schaffen für das Rückspiel in Skelleftea in einer Woche. Vor ein paar Monaten half die Atmosphäre im Wellblechpalast der Mannschaft, einen besonderen Abend zu erleben und zu gewinnen. So einen Abend braucht der EHC jetzt wieder.