Formel Eins

Sebastian Vettel entschuldigt sich nach Debakel in Mexiko

Vettel baut einen Crash und sagt: „Vielleicht wollte ich ein bisschen zu viel“. Er besiegelt ein historisches Desaster für Ferrari.

Sebastian Vettel war nach dem Aus in Mexiko-City enttäuscht und einsichtig: „Am Ende war es mein Fehler“

Sebastian Vettel war nach dem Aus in Mexiko-City enttäuscht und einsichtig: „Am Ende war es mein Fehler“

Foto: CARLOS JASSO / REUTERS

Mexiko-Stadt.  Sebastian Vettel saß bedröppelt und total gefrustet auf seinem Stuhl und gab sich alle Mühe, irgendwie seinen gebrauchten Tag zu erklären.

„Am Ende war es mein Fehler“, sagte der Ferrari-Star über seinen Crash in Mexiko, der ihn wohl aller Chancen auf den zweiten Platz in der Endabrechnung der Formel-1-WM beraubt hatte: „Vielleicht wollte ich ein bisschen zu viel.“

Die „Gazzetta dello Sport“ stellte sachlich fest, dass Vettel „eine Serie von Fehlern“ begangen hatte: „Mehr als bei allen bisherigen Rennen zusammen.“

Schärfer ging „La Republicca“ mit dem Ferrari-Star um: „Hiebe und Rache: Der GP in Mexiko hätte für Ferrari nicht bitterer sein können. Die Leiden des jungen Vettel am Rande der großen mexikanischen Feier unter unbestreitbarer Mercedes-Herrschaft sind groß.“

Mit einem Plattfuß ging es los

Im Autódromo Hermanos Rodríguez lief in der Tat für Vettel so ziemlich alles schief, was schief laufen konnte. „Da war ein bisschen der Wurm drin“, sagte der Heppenheimer, der sich schon direkt nach dem Start bei einer „schmerzhaften“ Kollision mit seinem ehemaligen Red-Bull-Teamkollegen Daniel Ricciardo einen Platten holte.

Es folgten weitere kleinere Pannen, Vettel hatte Probleme, seinen Ferrari auf der Strecke zu halten - und dann war die Pleite mit dem Rutsch in die Streckenbegrenzung endgültig perfekt. „Auch große Talente begehen manchmal Fehler“, schrieb der Corriere della Sera.

„Das war kein guter Tag für uns“, fasste Vettel zusammen. Und so wurden aus seinen ursprünglich vier Punkten Vorsprung auf Nico Rosberg nun 21 Zähler Rückstand im deutschen Duell um Platz zwei in der WM hinter Champion Lewis Hamilton, der in Mexiko Zweiter wurde. Vettel fährt deshalb wohl mit ordentlich Wut im Bauch zum nächsten Rennen nach Brasilien in knapp zwei Wochen.

Ärger über vertane Chance

Er hatte die Silberpfeile in Mexiko ja eigentlich richtig jagen wollen. Doch bei nur noch zwei ausstehenden Rennen in diesem Jahr muss der 28-Jährige in seinem ersten Ferrari-Jahr wohl mit Rang drei in der WM-Endabrechnung zufrieden sein.

Er ärgerte sich, dass er in Mexiko eine große Chance vergeben hat. „Das Auto war gut, wir hätten die Mercedes unter Druck setzen können“, sagte er und entschuldigte sich in der Box bei seinem Team für den Fehler: „Aber als ich den Plattfuß hatte, war der Zug schon abgefahren.“

Weil Kimi Räikkönen ebenfalls ausschied, erlebten die Roten einen schwarzen Tag. Kein Ferrari im Ziel - das gab es zuletzt im April 2006 in Australien.