Singapur

Polin Radwanska krönt sich zur Tennis-Königin

Singapur.  Agnieszka Radwanska hat sich zur Überraschungs-Weltmeisterin gekrönt und in Singapur den ersten großen Titel ihrer Karriere geholt. Die Weltranglistensechste aus Polen setzte sich im spannenden Endspiel des WTA-Finals mit 6:2, 4:6, 6:3 gegen Petra Kvitova (Tschechien/Nr. 4) durch und machte dabei ihrem Spitznamen „La Profesora“ („die Lehrerin“) wieder alle Ehre. „Ich bin überglücklich. Ich habe heute im richtigen Moment das Richtige gemacht“, sagte Radwanska mit Tränen in den Augen: „Dieser Titel bedeutet alles für mich.“ Im Indoor Stadium agierte die einstige Wimbledon-Finalistin quasi fehlerlos, ihr unterliefen nur fünf unerzwungene Patzer. Nach 2:05 Stunden verwandelte Radwanska ihren ersten Matchball und kassierte für ihren Coup beim Saisonabschluss-Turnier ein Preisgeld in Höhe von 2,05 Millionen Dollar.

Vor rund 8000 Zuschauern zeigte die an Oberschenkel und Schulter dick getapte Radwanska zunächst ihre gewohnt großartigen Defensivqualitäten. Allerdings machte es ihr Powerspielerin Kvitova auch relativ leicht. 16 sogenannte „unforced errors“ unterliefen der Tschechin im ersten Satz, den die gnadenlos solide Radwanska nach 33 Minuten für sich entschied. Als die Polin dann schnell mit 3:1 führte, sprach nicht mehr viel für Kvitova. Doch sie kämpfte sich zurück und schaffte den Satz-Ausgleich. Im entscheidenden Durchgang gelang Radwanska dann das Break zum 4:3, und sie behielt auch die Nerven.

Das Überraschungs-Finale gab einen Vorgeschmack darauf, wie das Tennis-Universum ohne seinen Fixstern Serena Williams aussehen wird. Die Branchenführerin aus den USA, die den WM-Titel zuletzt dreimal in Folge gewann, hatte ihre Saison nach dem überraschenden Halbfinal-Aus bei den US Open und dem damit verpassten Kalender-Grand-Slam vorzeitig und frustriert beendet. Die veranstaltende Profivereinigung WTA war nicht sonderlich erfreut über die Singapur-Absage ihres Zugpferdes. „Es ist immer extrem schade, wenn Serena bei einem Turnier fehlt“, sagte der neue WTA-Präsident Steve Simon.