Stuttgart

Selbst ein Sieg macht Zorniger nicht froh

Der VfB rückt nach dem Erfolg gegen Darmstadt aber aus der Abstiegszone

Stuttgart.  Als Timo Werner den Ball in der Nachspielzeit über die Linie gedrückt hatte, kannte der Jubel in Stuttgart kaum Grenzen. Endlich hatte der VfB einen großen Schritt aus der Abstiegszone getan, mit einem 2:0 (0:0) gegen den immer noch überraschenden Aufsteiger Darmstadt 98. Allen Fans der Schwaben unter den 55.200 Zuschauern war die Freude anzusehen.

Allen? Nein. Es war Trainer Alexander Zorniger, der anders auch als seine Spieler so gar nicht fröhlich sein wollte. „Es ist Erleichterung da, aber es müssen noch viele Sachen auf und abseits des Platzes besser werden. Darmstadt hat in Schalke und Dortmund unentschieden gespielt, in Leverkusen und Augsburg gewonnen. Wir sind die ersten, die sie in einem Auswärtsspiel schlagen. Das muss man in unserer Situation erst einmal schaffen. Wir müssen aber noch mehr dafür tun, dass wir noch bessere Leistungen abrufen können. Das muss ich erst einmal mit mir selber hinkriegen. Es sind nur Kleinigkeiten. Für mich ist entscheidend, ob wir auf Dauer erfolgreich sind“, sagte der 48-Jährige.

Vielleicht lag es daran, dass die Führung seiner Mannschaft erst durch ein Eigentor des Darmstädters György Garics zustande kam (68.). Oder auch daran, dass die Schwaben gegen die mutigen Hessen bis zum Schluss zittern mussten, ehe der nächste Schritt aus der sportlichen Krise perfekt war. „Wir müssen uns heute bei unserem Torhüter bedanken, der wirklich klasse gehalten hat“, lobte VfB-Sportvorstand Robin Dutt Keeper Przemyslaw Tyton, der die Stuttgarter mehrfach vor einem Gegentor bewahrte. „Geile Leistung, ich bin absolut zufrieden. Wir hätten einen Punkt verdient gehabt. Aber das wird uns nicht umhauen“, sagte Darmstadt-Coach Dirk Schuster.

Doch die Stuttgarter interessierten sich nach den vielen unglücklichen Niederlagen zu Saisonbeginn nicht für die künstlerische Note. „Mund abwischen, jetzt geht es nach München. Da werden wir wieder unseren Weg nach vorn suchen“, sagte VfB-Kapitän Christian Gentner mit Blick auf das Gastspiel beim Tabellenführer FC Bayern.

Hannover dreht die Partie im Nordduell beim Hamburger SV

Neben dem VfB hat auch Hannover 96 dank einer Leistungssteigerung ein Lebenszeichen im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga gegeben. Mit dem 2:1 (0:1) beim Hamburger SV feierten die Niedersachsen ihren zweiten Auswärtserfolg und schafften mit Rang 14 den Anschluss an das untere Tabellen-Mittelfeld. „Wir haben Moral gezeigt und hatten auch ein Quäntchen Glück“, sagte Nationaltorwart Ron-Robert Zieler. Hiroshi Kiyotake (59.) per Foulelfmeter und Salif Sané (67.) drehten mit ihren Treffern nach der Pause das Nordduell.

Noch in Halbzeit eins hatten die Gäste keine Chance gegen die überzeugenden Hamburger, die früh durch Michael Gregoritsch (6.) in Führung gingen. Die Hanseaten ließen danach etliche Chancen ungenutzt und gaben das Spiel aus der Hand. „Es ist unerklärlich, wie wir das Spiel verlieren konnten“, sagte Hamburgs Ivo Ilicevic.