Eisschnelllauf

Claudia Pechstein holt 27. Titel „mit fast 44 Jahren“

Die Berlinerin siegt auch über 5000 Meter und bestätigt den Trend der deutschen Meisterschaften: Die Favoriten setzten sich durch.

Claudia Pechstein jubelt bei der Deutschen Einzelstrecken-Meisterschaft im Eisschnelllauf in Inzell nach dem Rennen über 5000 Meter

Claudia Pechstein jubelt bei der Deutschen Einzelstrecken-Meisterschaft im Eisschnelllauf in Inzell nach dem Rennen über 5000 Meter

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Inzell.  Die wenigen deutschen Eisschnelllauf-Stars um Rekordmeisterin Claudia Pechstein bleiben daheim unangefochten. Die nunmehr 27-malige Titelträgerin sowie die Doppel-Meister Patrick Beckert und Nico Ihle hielten die dezimierte Konkurrenz bei den nationalen Titelkämpfen in Inzell sicher in Schach. Auch Lokalmatadorin Gabriele Hirschbichler holte sich – nicht zuletzt wegen etlicher Ausfälle – ihre ersten beiden Meistertitel.

Insgesamt neun Athleten unterboten die verschärften Normzeiten des deutschen Verbandes für die ersten Weltcups in zwei Wochen in Calgary und eine Woche später in Salt Lake City. Zudem darf der erkrankte und in Inzell fehlende Langstreckler Moritz Geisreiter mitfliegen.

Ein Lichtblick war die aufsteigende Form von Olympiasiegerin Stephanie Beckert, auch einige Talente überzeugten am Kaiserwetter-Wochenende in Oberbayern.

„Ich bin sehr zufrieden. Es ist das passiert, was ich mir erhofft habe“, sagte Sportdirektor Robert Bartko angesichts des erhöhten Drucks. Hinter der Spitze klafft insgesamt jedoch eine enorme Lücke, die aus Bartkos Sicht nicht so schnell zu schließen ist.

Pechstein: „Über zwei Sekunden vor der Zweiten- Ich bin sehr froh“

Pechstein setzte sich über 3000 und 5000 Meter jeweils in direkten Duellen gegen Stephanie Beckert durch und hatte in 4:08,08 beziehungsweise 7:07,26 Minuten jeweils einen komfortablen Vorsprung. „Über zwei Sekunden vor der Zweiten mit fast 44 Jahren. Ich bin sehr froh“, sagte Pechstein in der sonnendurchfluteten Max-Aicher-Arena zufrieden.

Patrick Beckert überzeugte am Sonnabend in 6:19,75 Minuten über 5000 Meter und will auf dem schnellen Eis in Nordamerika die deutschen Rekorde auf den langen Strecken attackieren.

Auf die 10.000 Meter verzichtete der Erfurter, nachdem der WM-Dritte am Sonntag über 1500 Meter erst kurz vor der Ziellinie Hubert Hirschbichler abgefangen hatte und seinen elften deutschen Titel gerade noch rettete.

Nico Ihle ist der deutsche Sprint-Star

Der couragiert laufende Lokalmatador knackte ebenso wie über 1000 Meter die Normzeit für den Weltcup. Dies gelang über 1000 Meter auch Joel Dufter aus Inzell.

Seine Schwester Roxanne schaffte das über 1500 Meter hinter Meisterin Gabriele Hirschbichler, die am Sonnabend schon über 1000 Meter nicht zu schlagen war. „Es ist einfach gut, dass die Jungen mal durchgekommen sind und endlich die Alten forderten“, sagte Sprint-Bundestrainer Klaus Ebert.

Für internationale Klasse im Sprint dürfte vorläufig nur Nico Ihle stehen. Der Olympia-Vierte gewann über 1000 Meter (1:09,79 Minuten) und am Sonntag haushoch über 500 Meter (35,79/35,26 Sekunden), obwohl er aus dem vollen Training heraus antrat. Im Weltcup peilt der Chemnitzer wieder Podestplätze und Top-Zeiten an. „Da muss es richtig knallen“, sagte Ihle.

Sprintmeisterin Denise Roth verpasste die Weltcup-Norm dagegen. In Abwesenheit von Beckert traten zum Abschluss nur zwei Läufer zu den 10 000 Metern an. Meister Felix Maly lief 14:15,86 Minuten - 45 Sekunden mehr als die Weltcup-Norm.