München

Forsche Töne aus Wolfsburg

Der VfL will sich im Pokal gegen die Bayern revanchieren

München.  Kürzlich erhielt Robert Lewandowski die Medaille der ARD für das „Tor des Monats“, Ausgabe September. Für einen Treffer beim 5:1 der Bayern gegen den VfL Wolfsburg. „Für den letzten“, schrieb der Bayern-Stürmer auf seinem Twitter-Account, also für den Seitfallzieher. Elf Mal, davon drei Mal in der Champions League, schlug der Pole im September für die Bayern zu, der VfL Wolfsburg war am 22. September das 45-Minuten-Opfer. Bei 0:1 eingewechselt schoss sich Lewandowski mit fünf Toren in neun Minuten in die Geschichtsbücher. Am Dienstag (20.30 Uhr, ARD und Sky live) soll der „Herbstfußballer des Jahres“ in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim VfL Wolfsburg von Beginn an spielen. Also 90 Minuten lang, mindestens.

Einfache Hochrechnung: Macht er dann einen Zehnerpack?

Kleiner Scherz. Die Wölfe-Verteidiger Naldo und Dante, der Ex-Bayer, wollen sich diesmal gegen Lewandowski behaupten. Für Bayern-Trainer Pep Guardiola ist das „lange her“. Mit Geschichte hält sich der Spanier nicht lange auf. Angesprochen auf Lewandowski fragte Wolfsburgs Coach Dieter Hecking am Montagmittag cool nach: „Spielt er?“ Als ein Reporter dies bekräftigte, antwortete er: „Mir egal. Wir haben unsere Qualität, die Bayern wissen das. Wir haben drei Spiele dieses Jahr gehabt. Aus unserer Sicht einen Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage. Jetzt wäre mal wieder ein Sieg dran. Wir wollen weiterkommen. Punkt.“ Na, endlich! Der Trainer einer Bundesliga-Mannschaft sagt: Ja, wir wollen die Bayern schlagen! Und Wolfsburgs Sportdirektor Klaus Allofs meinte: „Wir sind Titelverteidiger, spielen zu Hause. Also sind wir leichter Favorit.“ Hört, hört! Könnte ein richtig guter Pokalfight werden, diese doppelte Revanche.

Zum vierten Mal im Kalenderjahr treffen die Wölfe und die Bayern aufeinander. Ende Januar wurde die Guardiola-Elf in Wolfsburg mit 1:4 weggefegt, es war die empfindlichste, weil deutlichste Bundesliga-Niederlage für den Spanier in seinen 28 Monaten Amtszeit. Am 1. August traf man sich, ebenfalls in Wolfsburg, zum Duell um den Supercup, dass die Gastgeber mit 6:5 nach Elfmeterschießen gewannen.

Das erste Titelchen der Saison ging nicht an die Bayern, sondern an den Pokalsieger. Also hatte sich einiges aufgestaut bis zu jenem 22. September. Die Wolfsburger führten zur Pause auch noch 1:0, dann kam Lewandowski. Das 5:1 war eine Machtdemonstration.

„Was Pokalspiele angeht, haben wir da noch eine Rechnung offen“, sagt Thomas Müller. Der Bayern-Angreifer hofft: „Das 5:1 wird noch in den Köpfen der Wolfsburger sein, das gibt uns noch einen Schuss Motivation mehr.“ Oder wie Guardiola, für den es „dieses Finale das wichtigste Spiel“ bis Jahresende ist, verkürzt formulierte: „Weiter oder nach Hause!“