Singapur

Perfekter Start: Kerber behält beim WTA-Finale kühlen Kopf

Singapur.  Die Erleichterung über den Traumstart beim WTA-Finale war Angelique Kerber nach der wohlverdienten Sieger-Dusche deutlich anzusehen. Mit nassen Haaren kam die deutsche Nummer eins in die Pressekonferenz im Indoor Stadium von Singapur – und strahlte über das ganze Gesicht.

„Ich kann jetzt selbstbewusst den weiteren Spielen entgegenblicken. Ich bin einfach happy, weil mein Matchplan funktioniert hat, und ich immer fokussiert war“, sagte Kerber nach dem überzeugenden 6:2, 7:6 (7:3) gegen die zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova aus Tschechien (Nr. 4).

Damit gelang der Kielerin ein erster großer Schritt Richtung Halbfinale. Daran wollte die beim Saison-Abschlussturnier an Position sechs gesetzte Kerber aber noch nicht denken. „Ich mache mir keinen Druck und will weiterhin so viele Partien wie möglich gewinnen. Mal sehen, was dabei rauskommt“, sagte die 27-Jährige, die am Mittwoch im zweiten Gruppenmatch auf ihre Angstgegnerin Garbine Muguruza (Spanien/Nr. 2) trifft. Zwei Tage später bekommt es Kerber dann mit der Tschechin Lucie Safarova (Nr. 8) zu tun.

Nach 1:45 Stunden verwandelte Kerber gegen Kvitova ihren zweiten Matchball und streckte beide Arme Richtung Hallendach. Im zweiten Durchgang ließ sie sich auch von einem 0:3-Rückstand nicht beirren und wehrte beim Stand von 5:6 sogar zwei Satzbälle ab – einen mit einem Ass. „Ich war immer ganz ruhig, obwohl ich vor dem Spiel wirklich nervös war“, sagte Angelique Kerber.

Es war erst der zweite Sieg von Kerber bei ihrer dritten Teilnahme (2012 und 2013) am Saison-Abschlussturnier. Im Linkshänderinnen-Duell mit Kvitova, 25, gelang ihr der erste Erfolg nach zuvor vier Pleiten in Folge gegen die Tschechin. Sie revanchierte sich zudem für ihr Negativ-Erlebnis vor knapp einem Jahr im Fed-Cup-Finale in Prag, als sie beide Einzel verloren hatte.

Um dem Stress und dem Smog im schwülwarmen Singapur zu entfliehen, war Kerber am Sonnabend für ein paar Stunden via Seilbahn auf die vorgelagerte Insel Sentosa entflohen. „Ich musste einfach raus, um Kräfte zu tanken“, hatte sie gesagt und sich folgendes Motto parat gelegt: „Ich werde kämpfen und laufen, bis die Knie blutig sind.“