München

Robben und das doppelte Jubiläum

Der kaum genesene Holländer erzielt beim 1000. Bayern-Sieg in der Bundesliga seinen 75. Treffer

München. Hatte jemand ernsthaft gezweifelt? Der 1.000 Bundesliga-Sieg des FC Bayern ist vollbracht: Ein souveränes 4:0 gegen den 1. FC Köln bildete den Rahmen dieses Jubiläums. Doch damit nicht genug der Rekordmarken. Mittlerweile sind Heimspiele des FC Bayern im Grunde ja nur die Grundlage für weitere, die Konkurrenz einschüchternde Bilanzen. Zehn Siege in den ersten zehn Saisonspielen – natürlich Rekord. Mit Tottenham Hotspur gelang lediglich einem Team aus den fünf europäischen Topligen mit elf Erfolgen ein erfolgreicherer Auftakt in eine Saison – 1960/61 war das. 33 Saison-Treffer stehen nun in den Büchern – ebenfalls eine Bestmarke.

Robert Lewandowski (13) und Thomas Müller haben davon 23 erzielt, nie zuvor gab es zu diesem Zeitpunkt ein so gefährliches Duo. „Gratulation an alle“, sagte Trainer Pep Guardiola, „ich bin sehr stolz, in diesem Moment Trainer dieses Vereins zu sein. Die Leute können sich nicht vorstellen, wie schwer es ist, zehn Spiele in Folge zu gewinnen.“ Nun war es an der Zeit, Glückwünsche entgegenzunehmen. „Wir hatten ein Gratulationsschreiben zum 1.000 Sieg vorbereitet und gehofft, es erst nächste Woche abschicken zu können“, sagte Kölns Trainer Peter Stöger, „die Bayern haben eine unglaubliche Qualität.“ Und nun mischt auch noch Arjen Robben mit.

Überraschend durfte der Holländer sein Comeback als Mitglied der Anfangsformation feiern. Der 31-Jährige, der sich Anfang September eine Muskelverletzung im Adduktorenbereich zugezogen hatte, war erstmals seit dem dritten Spieltag dabei – und das nicht auf seiner Stammposition im rechten offensiven Mittelfeld, sondern als Halbstürmer. Ungewohnt. Vorn stand sich ein Offensiv-Quintett etwas auf den Füßen. Rechts Kingsley Coman, im offensiven Mittelfeld Müller und Robben, links Douglas Costa und im Zentrum Lewandowski. Im Laufe des Spiels rochierten sie, dann hatte Bayern mehr Überraschungsmomente im Spiel.

In der siebten Minute verpasste Robben noch das 1:0, als er einen Ball volley aufs Tor von Köln-Keeper Timo Horn zog, der parierte. Weil Robben als Fast-Strafraumstürmer nicht in die Gänge kam, schickte ihn Guardiola auf seinen Stammplatz rechts draußen. Prompt fiel wenig später das 1:0. Ein Pass von Müller in die Mitte prallte nach Zweikampf zwischen Lewandowski und Kölns Maroh zu Robben, der cool einschob (35.). Mit seinem 75. Ligatreffer zog er in der ewigen Bayern-Torjägerliste mit Mario Gomez auf Platz 13 gleich. „Ich bin sehr, sehr froh und glücklich“, sagte er, „ich sehe das als Belohnung für meine harte Arbeit, so zurückzukommen.“ Auf Vorlage von Coman legte Arturo Vidal das 2:0 nach (40.). Lewandowski per Kopf auf Costa-Flanke (62.) und Müller per Elfmeter nach Foul an Lewandowski erhöhten auf 4:0 (77.) – der Endstand.

Nach 65 Minuten griff die Vorsorgeversicherung von Guardiola: Er holte Robben vom Platz, für ihn kam Joshua Kimmich. Der Holländer strahlte bei der Auswechslung und wurde mit Ovationen der Fans verabschiedet. Das vorsichtige Aufbauprogramm hat sich gelohnt. „Arjen hat diese Wahnsinnsqualität“, lobte ihn Trainer Guardiola, „dazu kommt seine Mentalität, sein Charisma, seine Professionalität und die Nase für das Toreschießen. Wir brauchen das, wir brauchen ihn.“ Robben lief acht Kilometer, hatte 60 Ballkontakte, eine Passquote von 81 Prozent, gewann allerdings nur 20 Prozent seiner Zweikämpfe. Wichtiger aber die Power-Statistik: Vier Torschussvorlagen, drei Torschüsse, ein Treffer.

Am Dienstag kann er seine Form weiter steigern. Im DFB-Pokal, zweite Runde, beim VfL Wolfsburg.