Leverkusen

Leverkusen dreht verrücktes Spiel in 112 Sekunden

Bayer kommt nach 2:4 noch zum 4:4 gegen Rom

Leverkusen.  Mit einem späten Doppelschlag innerhalb von nur 112 Sekunden hat Bayer Leverkusen in einem völlig verrückten Spiel gegen den AS Rom ein 4:4 (2:2) gerettet. Kevin Kampl (84.) und der eingewechselte Admir Mehmedi (86.) trafen am dritten Spieltag der Champions League in der Schlussphase für die Werkself, die zuvor nach einer 2:0-Führung sogar mit 2:4 in Rückstand geraten war.

„Aus irgendwelchen Gründen haben wir nach dem 2:0 nachgelassen. Mit der Art und Weise können wir heute nicht zufrieden sein“, sagte Torhüter Bernd Leno. Roms deutscher Nationalspieler Antonio Rüdiger sprach von einem „irren“ Spiel: „Erst haben wir gepennt, dann haben wir uns gefangen. Und was danach passiert ist, kann man nicht erklären.“ Mit vier Punkten liegt Leverkusen in der Tabelle somit weiter vor dem dreimaligen italienischen Meister (zwei) auf Rang zwei und hat vor dem Rückspiel in der Ewigen Stadt am 4. November gute Chancen auf das Achtelfinale. Spitzenreiter in Gruppe E bleibt Topfavorit FC Barcelona mit sieben Zählern.

Vor 29.412 Zuschauern erwischte Bayer einen Start nach Maß und lag bereits frühzeitig durch zwei Treffer von Javier Hernandez (4., 19.) in Führung. Erst verwandelte der Mexikaner einen Handelfmeter. Dann überwand er Gäste-Torwart Wojciech Szczesny beim zweiten Versuch zum 2:0. Nach einer knappen halben Stunde aber verlor die Werkself den Faden und musste durch Daniele De Rossi (29., 38.) den Ausgleich hinnehmen. Und es sollte noch viel schlimmer kommen: Miralem Pjanic mit einem direkten Freistoß (54.) und Joker Iago Falque (73.) erhöhten anschließend auf 4:2. Die Bayer-Elf schien mausetot, feierte dann aber doch noch eine glorreiche Auferstehung: Als keiner mehr damit rechnete, drehten Kampl und Mehmedi den Spieß erneut um. Und der neue Fan-Liebling Hernandez vergab in der Nachspielzeit sogar noch die Großchance zum Bayer-Sieg.

„Wir sind volles Risiko gegangen und unser Trainer hat gut eingewechselt“, sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler, der sowohl als Spieler (fünf Jahre) als auch als Trainer (ein paar Monate) für die Roma tätig war. Mit dem 4:4 sei er letztlich zufrieden. „Dieses Spiel zeigt: Manchmal wird man im Fußball eben doch belohnt“, sagte Völler.